Franeknberg

Schätzchen und Schnäppchen im Stall

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- Frankenberg-Schreufa (apa). Wenn die letzte Kuh gekalbt hat, fängt die Arbeit im Kuhstall der Unteren Butzmühle erst richtig an: Sobald die Tiere auf der Weide sind, wird der Stall geschrubbt, geputzt und gekalkt. Und dann verwandeln Tausende Bücher den Stall in ein Antiquariat für einen guten Zweck.

Wer in den Regalen und Kisten im Kuhstall auf dem Hof von Christa und Armin Bürgel stöbern möchte, sollte Zeit mitbringen. Etwa 8000 Bücher befinden sich dort in Regalen, Kisten und auf Tischen: Von Liebesromanen über Fachbücher und Klassiker und Biografien, Atlanten, Reiseführer, Garten-, Handarbeits- und Kochbücher bis hin zu Werken über religiöse Themen reicht die Palette. In einer Kiste finden sich einige Romane auf Englisch, Französisch, Spanisch oder Russisch, eine andere ist voller

Doch die meisten Regale nehmen Kinderbücher und Belletristik ein. Die Vielfalt der Themen und Autoren ist groß: So finden sich Werke von Kafka, Kishon und Konsalik nah beieinander, es gibt Bücher von Friedrich Schiller und Ken Follet, von Antoine de Saint-Exupéry und Hera Lind. – Seit 2006 gibt es das Antiquariat im Kuhstall. Damals hatten die Bürgels es beim ersten Kinderfest für den Verein „terre des hommes“ eingerichtet. Die Idee gefiel ihnen – und so machten sie ein festes Angebot daraus. Alle Einnahmen gehen an die Kinderschutzorganisation.

Je nach Buch erbitten die Bürgels einen kleinen Betrag: Zehn Cent für die dünnen, schmalen Krimis, 50 Cent für Taschenbücher, einen Euro für gebundene Werke – egal ob Kinderbuch oder Kunstführer. Die Kasse steht auf einem Fensterbrett, die Tür zum Stall ist tagsüber immer geöffnet. Wer etwas mitnimmt, bezahlt eigenständig. „Daran mussten sich die Leute erst gewöhnen“, erzählt Armin Bürgel, „aber jetzt klappt das von ganz allein.“ Drei weitere Sammelbehälter stehen neben der Kasse bereit: Für echte Korken, Telefonkarten und Briefmarken. Auch diese werden für gute Zwecke weitergegeben.

Jeden Tag kommen Menschen, um zwischen den Büchern zu stöbern. In den vergangenen Jahren sind die Einnahmen durch das Antiquariat ständig gestiegen, 2009 erstmals über 1000 Euro. Der aktuelle Sommer scheint Rekorde zu brechen: Allein im Juni sind schon mehr als 500 Euro zusammengekommen, freut sich Armin Bürgel. Allerdings gibt es auch Ladenhüter, eine ganze Kiste voller „Angelique“-Romane zum Beispiel. „Die will seit drei Jahren niemand haben“, berichtet Christa Bürgel.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Donnerstag, 7. Juli

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