Schäuble-Vorstoß: 5000-Euro-Grenze für Bargeld stößt auf Kritik

Waldeck-Frankenberg. Höchstens 5000 Euro – mehr soll künftig niemand bar bezahlen dürfen. So sieht es der Plan von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble vor, der in der Bundesregierung diskutiert wird. Mittelständler reagieren mit Ablehnung.

Denn sie befürchten, dass einer Obergrenze schon bald die Abschaffung von Scheinen und Münzen folgt. „Bargeld ist geprägte Freiheit und ein unverzichtbarer Bestandteil der freien Wirtschaft“, stellt Elke Jesinghausen fest. Die Kreisvorsitzende der CDU-Mittelstandsvereinigung (MIT), die als Geschäftsführerin ein Autohaus leitet, weiß aus eigener Erfahrung, wie verbreitet es ist, dass Kunden das neue Auto bar bezahlen. Gleiches gilt häufig für die Einbauküche, eine neue Couchgarnitur oder ein hochwertiges Fahrrad, wie Händler gegenüber unserer Zeitung bestätigten.

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„Gerade in Zeiten von Niedrigzinsen horten viele ältere Kunden ihr Geld zu Hause, um damit dann größere Anschaffungen zu bezahlen“, schildert Elke Jesinghausen die Situation. Zwar sei der Einsatz von EC- oder Kreditkarten für kleine und mittelständische Unternehmen aus dem Wirtschaftsleben nicht mehr wegzudenken und bargeldloses Bezahlen schnell und unkompliziert. Doch diese Bezahlsysteme dürfen das Bargeld nicht restlos ersetzen, blickt die MIT-Vorsitzende auf weitere Entwicklungen voraus. Sie befürchtet zudem massive Datenschutzprobleme: „Menschen wären gezwungen, jegliche Bezahlungen elektronisch und damit nachweisbar und rückverfolgbar vorzunehmen. Der gläserne Bürger würde Realität“, folgert Elke Jesinghausen weiter.

Befürworter einer Bargeld-Obergrenze verweisen auf bereits in vielen EU-Staaten geltende Limits. Auch Geldwäscher und Steuerhinterzieher hätten kein leichtes Spiel mehr. Schließlich könnte sogar terroristischen Gruppen der Geldhahn auf diese Weise zugedreht werden.

Barzahlung nur noch bis maximal 5000 Euro: Was ein solches Limit in der Praxis bedeuten könnte und welche Zukunft Scheine und Münzen haben, wollten wir von Waldecker-Bank-Vorstand Karl Oppermann wissen. Das Interview lesen Sie in der gedruckten Dienstagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

Von Thomas Kobbe

Quelle: HNA

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