Ellershausen

Schafe als „lebende Rasenmäher“

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- Frankenau - Ellershausen. Den Fortbestand einer uralten Schafrasse wollen verschiedene Halter im Frankenberger Land sichern. Die Tiere sind robust, liefern leckeres Fleisch und dienen mitunter sogar als „lebende Rasenmäher“.

„Schau mal, das sind ja Gämsen“, hört Kurt Kaufmann aus Ellershausen Spaziergänger rufen, die wie er auf dem Weg ins Lengeltal sind. Er weiß es besser: Es sind Soayschafe, die auf der Talwiese seines Sohnes Bernd Kaufmann weiden. Tatsächlich haben die Tiere alle Hörner, allerdings anders gebogen. Sie haben ein dunkles Fell mit einem hellen „Spiegel“ an der Rückseite, sind schlank und leichtfüßig wie Wildtiere.

Jedenfalls erinnern sie die Wanderer wohl nicht an Schafe. Wenn sie es kennen würden, müssten sie wohl eher auf Muffelwild kommen, denn mit dieser Wildschaf­rasse besteht sicher die größte Ähnlichkeit. Halter Bernd Kaufmann klärt über seine Soayschafe auf: Es handelt sich dabei wohl um die älteste Schafrasse in Europa. Funde belegen, dass es sie schon 3000 vor Christi Geburt in der Jungsteinzeit gab und sie von Menschen gehalten wurden.

Überlebt haben die Tiere auf der einsamen Insel Soay nordwestlich von Schottland, die nicht von Menschen bewohnt wurde. Von dort wurde erst 1932 eine größere Herde gefangen und auf die Insel Hirta im gleichen Archipel gebracht. Von da wurden einzelne Tiere nach England und über die Niederlande nach ganz Europa verteilt.

Hier führen sie aber immer noch ein Schattendasein. Vielleicht auch deshalb, weil sie nach dem langen Leben in der Wildnis eher scheu sind und sich weniger zum Weidegang mit dem Wanderschäfer eignen. Aber die Vorzüge seiner Schützlinge schildert Bernd Kaufmann gerne: Sie seien sehr genügsam, was die Nahrung angeht. Das saure Gras seiner Talwiese hätte er kaum anderen Weidetieren anbieten können. Ähnlich wie Ziegen fräßen sie auch Strauchwerk gerne und würden sich deshalb auch zur Landschaftspflege eignen.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Mittwoch, 27. Juli.

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