Unterwegs im Burgwald

Mit GPS auf Schatzsuche: HNA-Volontär Marc Hörcher probierte Geocaching

Moderne Schnitzeljagd: HNA-Volontär Marc Hörcher unternahm einen Selbstversuch im Geocaching. Auf dem Gelände eines Autohauses entdeckte er diese Kapsel. Um daran zu kommen, benötigte er einen kleinen Stabmagneten. Fotos: nh

Burgwald. Mit Hilfe eines GPS-Geräts versteckte Tupperdosen in Wald, Feld und Wiese finden - das klingt ein verrückt, ist aber mittlerweile ein weit verbreitetes Hobby auf der ganzen Welt. Das Ganze nennt sich Geocaching. HNA-Volontär Marc Hörcher wagte den Selbstversuch.

Vorsichtig wate ich durch das Gebüsch. Schiebe mit dem Arm einen Ast zur Seite. Der Untergrund ist ein wenig schlammig. An den Blättern kleben Schnecken. „Da gehe ich mit meiner kurzen Hose nicht rein“, hat Jochen Jäger mir vorher gesagt. Als Jäger das letzte mal dort war, war diese Stelle noch nicht so zugewuchert. Wir befinden uns in Ernsthausen und laufen dort eine Geocaching-Strecke ab. Wie gut, dass ich vorbereitet bin und eine lange Jeans trage. Also auf in den Kampf.

Ich soll nach einer Zahl suchen, die dort irgendwo versteckt ist, hat Jäger mir erklärt. Ich blicke an den Bäumen vorbei - und tatsächlich: Da steht eine kleine Wasserhütte, auf dem eine Jahreszahl steht. Die einzelnen Ziffern muss ich jetzt in eine Formel einsetzen. Daraus errechne ich die Koordinaten für die nächste Station.

Was ich hier versuche zu lösen, ist eine Geocach-Strecke mit mehreren Stationen, von Anhängern dieses Hobbys „Multicache“ genannt oder kurz „Multi“. Neben den Multicaches gibt es noch zwei weitere Grundtypen: Beim „Traditional“ oder „Tradi“ ist einfach nur eine Koordinate auf einer Internet-Plattform hinterlegt, die man suchen muss. Richtig kniffelig sind die „Mysterys“. Hier gilt es, zunächst ein Rätsel zu lösen, zum Beispiel einen Zahlencode, um dann auf die Koordinaten zu kommen. Hat man das Rätsel gelöst, zieht man los.

Ich gebe die Koordinaten in das GPS-Gerät ein. Die nächste Station ist mitten im Ort. Wir fahren mit dem Auto hin. „Wir könnten die Strecke auch zu Fuß laufen, aber dann würden wir mehr als eine Stunde brauchen“, erklärt Jäger. Das GPS-Gerät zeigt die Koordinaten auf fünf Meter genau an. Ich stehe vor der Evangelischen Kirche in Ernsthausen. Und wieder heißt es suchen. Gefunden! Wo genau die Zahl versteckt ist, wird an dieser Stelle aber nicht verraten.

Mit dem GPS-Gerät unterwegs: Marc Hörcher lässt sich von Jochen Jäger (links) das Geocaching erklären.

Besonders kniffelig: Die Zahl ist diesmal nicht nach dem deutschen Koordinatensystem abgebildet, sondern nach dem amerikanischen. „Bei dem deutschen System stehen im Norden zwei Koordinaten und im Osten drei. Die Amerikaner haben vorne eine Stelle, die die Stunden angibt und dann den Rest“, erklärt mir Jochen Jäger. Zum Umrechnen der Zahl gibt es dann eine App. Damit finden wir heraus, wo die vorletzte Station ist. Der „Schlüssel zum Glück“ soll hier liegen, stand in der Beschreibung des Caches im Internet. Irgendwo auf dem Gelände eines Autohändlers. Jetzt gilt: Also nichts wie hin.

Ich stehe vor einem Schild. Suche es nach einer versteckten Zahl ab. Doch da ist nichts. „Steht vielleicht die Telefonnummer des Autohändlers für eine Koordinate?“, überlege ich laut. Jäger grinst und schüttelt den Kopf. „Mit dem Schild hat die Lösung gar nichts zu tun.“ Also weiter suchen.

Von Marc Hörcher 

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Quelle: HNA

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