Theater-AG der Edertalschule probt "Momo"

Schauspiel in der alten Werkshalle

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Kostüme, Maske, Requisiten sind größtenteils fertig: Unser Szenenbild aus einer Probe zeigt die grauen Damen Johanna Hering (l.) und Liane Bergener (2.v.r.) mit Momo (Larissa Beckmann, 2.v.l.) und einem der Kinder (Jana Rühle). Foto: Andrea Pauly

Frankenberg - Überall wird gearbeitet: Schüler hängen knapp fünf Meter lange schwarze Stoffbahnen von der Decke, sägen Dachlatten zurecht, arbeiten an Kulissen und wuseln herum. Sie verwandeln die alte Werkshalle von Thonet in ein Theater.

Es ist ein berühmtes Kinderbuch, das sich die Schüler der Theater-AG in diesem Jahr als Grundlage für ihre Inszenierung ausgesucht haben: Michael Endes „Momo“. Seit Herbst stecken sie in den Vorbereitungen, am Mittwoch ist Premiere.

Das diesjährige Stück ist mit mehreren Neuerungen verbunden: Der neue Spielleiter, Thorsten Jech, ist erstmals allein verantwortlich. Der neue Spielort in der alten Thonet-Halle begeistert die Schüler schon jetzt: Mehr Platz, eine bessere Trennung von Kulisse und Backstage-Bereich, und der Charme des Industriegebäudes mit alten Rohren und Leitungen, der gut zum Bühnenbild passt. Doppelbesetzungen für Hauptrollen gibt es in diesem Jahr nicht, eher umgekehrt: einige Darsteller sind in verschiedenen Rollen zu sehen.

Diesmal durften die Schüler die Vorlage nicht ganz so frei interpretieren wie sie es in den vergangenen Jahren oftmals getan haben: Die Vorgaben des Verlags sind strikter. Dennoch spielen sie „Momo“ nicht einfach nach, sondern setzen eigene Akzente: Die Kinder nehmen eine wichtigere Rolle ein als im Buch. Manche Charaktere haben sie stärker in den Vordergrund gerückt, andere aus der Vorlage haben sie ganz gestrichen. Die grauen Herren aus dem Roman haben weibliche Unterstützung bekommen: Auf der Bühne im Thonet-Werk gibt es auch graue Damen. „Schülertheater dürfen ein bisschen mehr ändern als andere Bühnen“, freut sich Thorsten Jech.

Im Mittelpunkt der Vorbereitungen stand die Hauptfigur des Romans, das Mädchen Momo. „Wir haben überlegt, was sie für ein Charakter ist, was sie ausmacht“, beschreibt Thorsten Jech. Ihre verschiedenen Facetten sollen auf der Bühne erkennbar werden. Jech hat bei der Vorbereitung Wert darauf gelegt, dass das Stück nicht von langen Texten, sondern vom Spiel lebt. Auch Musik und pantomimische Elemente gehören dazu. Ein wandelbares Bühnenbild und viel Platz für das Spiel sollen die Inszenierung perfekt machen.

Insgesamt stehen 30 Darsteller auf der Bühne, für Kulisse und Technik sind 13 Jugendliche verantwortlich; alle Mitwirkenden gehen in die Oberstufe des Gymnasiums. (apa)

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