Beratungsangebot für Eltern

Scheidungskinder nicht alleine lassen

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Pfarrer Gerald Rohrmann, Lehrerin Christina Specht und Erzieherin Ute von der Heiden freuen sich über den neuen Gesprächskreis für Kinder, die von der Trennung der Eltern betroffen sind.

Allendorf (Eder) - Wenn Mama und Papa sich trennen, bricht für Kinder oft eine Welt zusammen. Umso wichtiger ist deshalb, über Ängste und Sorgen sprechen zu können.

Schon im Herbst 2011 boten das Diakonische Werk und die Allendorfer Kirchengemeinde solche Treffen an. Im April beginnt ein neuer Gesprächskreis. Er wird geleitet von Pfarrer Gerald Rohrmann und Lehrerin Christina Specht von der Erziehungs- und Lernberatung „Elbe“.

„Es leben viele Kinder in solchen Situationen, und ich habe den Eindruck, dass es immer mehr werden“, sagt Ute von der Heiden. Sie ist Erzieherin in der Allendorfer Kindertagesstätte und hatte vor zwei Jahren den ersten Gesprächskreis gemeinsam mit Agnes Protz vom Diakonischen Werk initiiert. „Aber solche Gruppen gibt es bislang nur in großen Städten und nicht auf dem Land.“ In Allendorf wurde das Angebot unter anderem durch die finanzielle Unterstützung des Bündnisses für Familie möglich, außerdem durch weitere Spenden.

Die erste Gruppe richtete sich an Schulkinder. Nun werden vor allem Kinder im Vorschulalter angesprochen. Vier Anmeldungen gibt es schon. Interessierte können sich noch melden. Die Gruppe soll aus höchstens acht Teilnehmern im Alter von vier bis sechs Jahren bestehen. Sie können aus dem Gemeindegebiet Allendorf, aber auch aus der Umgebung kommen.

Wichtig sei gewesen, erneut einen männlichen Ansprechpartner in den Gruppenstunden zu haben, erklärt Ute von der Heide. Das erste Treffen ist für den 11. April vorgesehen, noch im März finden vorbereitende Elterngespräche statt. Insgesamt sind zwölf Termine bis zu den Sommerferien in der Tagesstätte „Linspherfische“ geplant. Der Unkostenbeitrag, den Vater oder Mutter übernehmen müssen, beträgt 25 Euro je Kind, der Rest wird über die Spenden finanziert. In der Gruppe sollen die Kinder über ihre Situation sprechen und dabei erfahren, das sie Leidensgenossen haben. Sie sollen sich auch bewusst werden, dass sie selbst keine Schuld an der Trennung der Eltern tragen und dass sich der Wunsch, Mama und Papa sollen wieder ein Paar sein, sich nicht erfüllt.

Ziel ist, das Angebot in Allendorf zu etablieren und fortzuführen, wenn die Finanzierung stimmt. „Man müsste das auch für Jugendliche machen“, sagt Christina Specht. Der Bedarf ist vorhanden: Vor zwei Jahren bezifferte Ute von der Heiden die Zahl der Trennungskinder in der Allendorfer Kindertagesstätte auf etwa 21 Prozent. „Ich habe den Eindruck, dass es mehr geworden sind“, sagte sie gestern.

Anmeldungen und weitere Informationen bei Christina Specht, Telefon 0173/7535488. Anmeldeschluss ist Freitag, 22. März.

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