Louisendorf

Scheune niedergebrannt

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- Frankenau-Louisendorf (da). Eine Scheune ist Mittwochmittag am Waldrand nahe Louisendorf niedergebrannt. Der Besitzer wurde schwer verletzt, als er Pferde aus dem brennenden Gebäude rettete und Löschversuche unternahm.

So ungewöhnlich die mutmaßliche Ursache ist, so dramatisch waren die Folgen: Den ersten Ermittlungen der Polizei zufolge hatte der 72-jährige Besitzer der Scheune seine Brille abgelegt, um sich um die Pferde in der Scheune zu kümmern. Durch die Sonneneinstrahlung entstand ein Brennglas-Effekt: Trockenes Heu entzündete sich, die Flammen griffen schnell auf die Scheune über.

Der Mann rettete noch die beiden Pferde aus dem Gebäude und unternahm Löschversuche. Dabei erlitt er schwere Verbrennungen am ganzen Körper. Außer dem Notarzt und einem Rettungswagen forderte die Leitstelle den Rettungshubschrauber Christoph 25 aus Siegen an, der den Verletzten in eine Kasseler Klinik flog. Die etwa 40 Feuerwehrleute aus Frankenau, Louisendorf, Ellershausen und Geismar konnten indes nur zusehen, wie die Scheune niederbrannte. Der Grund: Es gab keinen Hydranten, der zur Wasserversorgung genutzt werden konnte. Der Aufwand, eine Leitung von der etwa einen Kilometer entfernten Kläranlage zum zwischen Louisendorf und dem alten Geismarer Sportplatz gelegenen Einsatzort zu legen, war zu groß. Sicherheitshalber ließ Stadtbrandinspektor Stefan Maurer die Kameraden aus Frankenberg nachalarmieren, die mit zwei wasserführenden Fahrzeugen ausrückten. Die Einsatzkräfte bewässerten die Bäume in der Nähe der Scheune. So sollte ein möglicher Waldbrand vermieden werden: „Es ist ja alles knochentrocken“, sagte Maurer.

Wie nach Bränden mit Gebäudeschaden üblich, untersuchten Beamte der Korbacher Kriminalpolizei die Unglückstelle. Den Angaben von Polizeisprecher Volker König zufolge wurden durch das Feuer einige landwirtschaftliche Maschinen zerstört. Lediglich einen in der Nähe der Scheune stehenden Anhänger konnten die Feuerwehrleute in Sicherheit bringen. Der Schaden beläuft sich auf etwa 15 000 Euro.

Die Scheune gehörte nach FZ-Informationen früher zum Forsthaus und wurde vor einigen Jahren an den Privatmann verkauft. Im Forsthaus, etwa 50 Meter hinter der Scheune gelegen, befindet sich bis heute die Revierförsterei Louisendorf.

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