Wahlkampf in Gemünden

CDU schickt Rainer Hesse ins Rennen

Gemünden/Frankenberg - Starke Konkurrenz für Frank Gleim: Die Gemündener Christdemokraten haben Rainer Hesse für den Kampf um das Rathaus gewonnen. Der Frankenberger Stadtverordnetenvorsteher hat Wurzeln in der Bunstruth.

Die Position von Bürgerliste und Sozialdemokraten im Gemündener Wahlkampf ist klar: Sie stehen hinter dem amtierenden Bürgermeister Frank Gleim. Der hat jetzt Konkurrenz bekommen: Die Christdemokraten möchten mit Rainer Hesse um die Gunst der Wähler werben. Die Entscheidung von Vorstand und Mitgliedern steht zwar noch aus, doch der Kandidat wie auch die Fraktionsvorsitzende Katharina Tils sind guter Dinge, dass die Partei mit einer Stimme spricht und sich hinter Hesse stellt, der in Frankenberg dem Parlament vorsteht.

„Natürlich haben wir zuerst im eigenen Umfeld geschaut“, blickt Tils im Gespräch mit der Heimatzeitung zurück auf die vergangenen Monate. Sie selbst war hinter vorgehaltener Hand als Kandidatin gehandelt worden, hatte aber verzichtet. „Als klar war, dass es von uns keiner machen möchte oder kann, sind wir sehr schnell auf Rainer Hesse gekommen“, sagt Tils.

Für den 45-jährigen Versicherungsfachwirt ist Gemünden keine unbekannte Kommune – er hat familiäre Bindungen in die Bunstruth. „Ich habe viele Sommer auf dem Bauernhof meiner Großeltern in Lehnhausen verbracht“, erinnert er sich an seine Jugend. Noch immer habe er starke Bindungen zu der Wohrastadt – mit der er sich in den vergangenen Wochen auch politisch bereits intensiv beschäftigt hat.

„Natürlich hat er sich erst einmal eine Bedenkzeit erbeten, aber von der Idee war er von Anfang an begeistert“, berichtet Tils vom ersten Kontakt zwischen der Gemündener CDU und ihrem jetzigen Kandidaten. „Ich spüre schon jetzt eine große Unterstützung“, sagt jener.

Drei Schwerpunkte

Rainer Hesse ist ein erfahrener christdemokratischer Kommunalpolitiker. Seit Jahren ist er für die Partei Mitglied des Frankenberger Parlaments, seit 2006 leitet er als dessen Vorsteher die Sitzungen. „Das werde ich auch im Wahlkampf weiterhin machen“, sagt der leidenschaftliche Hobbypolitiker – sein Amt solle nicht ruhen, „denn in Frankenberg gibt es viele Herausforderungen“.

Das aber gelte ebenso für die Stadt an der Kreisgrenze. Abgesehen von den prekären Finanzen Gemündens sieht Hesse drei Schwerpunkte für seine mögliche Arbeit als Rathauschef: „Der demografische Wandel muss ernst genommen werden und mit diesem auch die Leerstände“, sagt er. Auch die Landwirtschaft spiele in der Bunstruth noch immer eine große Rolle. „Mit seinen bundes- und landespolitischen Kontakten ist er der Richtige für Gemünden“, zeigt sich Katharina Tils überzeugt. Zudem sei Rainer Hesse „ein Typ, der sich zurechtfindet in so einem kleinen Städtchen“.

Hesse: „Offenes Rennen“

Hesse selbst scheint sich bereits zu freuen auf den Wahlkampf: „Natürlich gab es die Überlegungen, was es bedeutet, einen Amtsinhaber herauszufordern“, sagt er – doch diese Aussicht schrecke ihn nicht, sondern reize ihn eher. „Ich habe in den vergangenen Jahren viele Bürgermeisterwahlen miterlebt“, sagt er. Er wolle sich der Diskussion mit den Bürgern wie seinem Konkurrenten gerne stellen. Für ihn ist der Kampf um das Rathaus „ein offenes Rennen“.

Wie dieses Rennen inhaltlich gestaltet werden soll, möchte Katharina Tils noch nicht ausführen. Klar aber ist, dass Hesses erste Auftritte in die Karnevalszeit fallen. „Da freue ich mich drauf. Ich bin seit Jahren im Elferrat der Burgwaldnarren“, sagt der Kandidat.

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