Eingriff in den Straßenverkehr: Unbekannter verändert Warnschilder bei Löhlbach

Schilder-Streich verärgert und verwirrt

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Haina-Löhlbach - Seit in Löhlbach - wie überall in Hessen - vor dem Blitzer per Schildchen gewarnt wird, vergreift sich ein Unbekannter an den Hinweisen: Sie werden überklebt und verdreht. Der Täter macht sich damit strafbar.

Ist es Hass auf den Blitzer in Löhlbach? Oder auf Hessens Verkehrminister Florian Rentsch? Auf Autofahrer? Oder hat der Unbekannte ganz andere Motive, der seit einigen Wochen immer wieder in Löhlbach den Straßenverkehr eingreift? Beantworten kann diese Fragen derzeit weder das Ortnungsamt der Gemeinde Haina noch Hessen Mobil. Beantworten kann sie wohl nur der Täter - doch der konnte bislang noch nicht ermittelt werden. Fakt ist, dass der Verantwortliche - möglicherweise sind es auch mehrere - immer wieder Schilder mit der Aufschrift „Radarkontrolle“ beklebt und umdreht.

Aufstellen lassen hat diese im Sommer Hessens Verkehrsminister Florian Rentsch. Vor jedem stationären Blitzer warnt seither ein Schildchen den Autofahrer, dass er fotografiert werden könnte, wenn er zu schnell fährt. Nicht alle Kommunen sahen diesen Schritt gerne, sind die Blitzer doch auch eine gute Einnahmequelle. Ebenso skeptisch sahen das neue Verkehrszeichen viele Bürger - und werteten es als überflüssige Bürokratie, gar als Wahlkampfakt. Die Schilder kamen trotzdem. Groß sind sie nicht - sichtbar für die Autofahrer schon.

Und zumindest in Löhlbach sind sie jemanden ein Dorn im Auge. Noch am Wochenende lasen die Autofahrer nicht „Radarkontrolle“, sondern „Löhlbachkontrolle“. Fein säuberlich hatte jemand den Hinweis auf den Blitzer überklebt. Die Schriftart war auffallend an die des Schildes angepasst - nur reflektierte das benutzte Papier nicht. Der Aufklaber wurde wieder entfernt.

„Das war nicht das erste Mal“, sagt Carsten Buch aus dem Ordnungsamt der Gemeinde Haina. Mehrfach sei der Hinweis bereits überklebt worden. Schlimmer vielleicht: Das auswärtige Schild, außerhalb des Dorfes, wird nicht nur überklebt, sondern auch verdreht. Verkehrsteilnehmer können so nur vermuten, vor was sie gewarnt werden sollen. „Ich weiß nicht, wer sich da einen bösen Scherz erlaubt“, sagt Buch - und erklärt: Immer wenn ein Mitarbeiter des Amtes etwas bemerke, würde das sofort an Hessen Mobil gemeldet. Die Straßenverkehrsbehörde nämlich ist verantwortlich für Schilder, Pfosten und die Straße. Da in der Gemeinde keine Politessen Dienst tun, ruft Buch zur Hilfe auf: Wer etwas sieht, solle sich an die Gemeinde wenden. „Als nicht Befugeter darf man an den Schildern nicht rumschmieren“, sagt Buch deutlich.

Das sieht aus Hessen Mobil in Bad Arolsen so: Das Verändern oder Verdrehen dem Verkehrsschildern stellt einen Eingriff in den Straßenverkehr dar. Sollte ein Täter bekannt werden, würde auf jeden Fall eine Anzeige ergehen, teilte eine Sprecherin auf Anfrage der Frankenberger Zeitung mit. Dann wäre zumindest rechtlich auch eine Gefängnisstrafe möglich. (gl)

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