Schlägerei: Nachbar in Unterhose verhindert Schlimmeres

Frankenberg. Wegen vorsätzlicher Körperverletzung bei verminderter Schuldfähigkeit hat das Frankenberger Amtsgericht einen 22 Jahre alten Mann zu einer Geldstrafe von 3600 Euro (120 Tagessätze zu je 30 Euro) verurteilt.

Nach der Vernehmung von drei Zeugen sah es Richterin Andrea Hülshorst als erwiesen an, dass der Angeklagte in der Nacht zum 2. Mai dieses Jahres ohne triftigen Grund auf einen 17-Jährigen einprügelte. Als der junge Mann zu Boden ging, soll ihn der 22-Jährige mit Fußtritten weiter traktiert haben.

Als die Situation - nach dem beherzten Einschreiten eines Anwohners - schon bereinigt schien und der 17-Jährige rief: „Ich zeige dich an!“ versetzte der 22-Jährige dem Opfer eine „Kopfnuss“ mit der Stirn und brach ihm damit das Nasenbein.

Mit den Worten „Ihr Hurensöhne“ habe sie der 17-Jährige beleidigt, sagte der Freund des 22-Jährigen vor Gericht aus. Die Darstellung des Opfers klang völlig anders. „He, Ihr da“, habe er gerufen, sich aber dann „sofort entschuldigt“, weil der die Personen verwechselt habe, sagte der 17-Jährige im Zeugenstand.

Richterin Hülshorst folgte mit ihrem Urteil der Forderung von Rechtsreferendarin Cindy Hernterich als Vertreterin der Staatsanwaltschaft. Dagegen hatte Martin Ernst als Rechtsanwalt des Angeklagten auf Freispruch plädiert, da sich sein Mandant in einer „Notwehr-Situation“ befunden habe.

Hernterich würdigte in ihrem Plädoyer die „sehr präzisen und detailreichen“ Aussagen des 47 Jahre alten Nachbarn, der - nach eigenen Angaben - in der Unterhose auf die Straße gelaufen war, um den Streit zu schlichten. Ohne seinen mutigen Einsatz hätten die Folgen weitaus gravierender sein können. (off)

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Quelle: HNA

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