Gedenkfeier zum Volkstrauertag am Ehrenmal in Frankenberg

Schlafwandlerisch in den Krieg

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Landrat Reinhard Kubat (l.) und Volksbund-Kreisgeschäftsführer legten einen Kranz am Ehrenmal auf dem Frankenberger Friedhof nieder. Zuvor hatten Kubat und Pfarrer Christoph Holland-Letz (5. v.l.) in ihren Ansprachen an Kriegsopfer erinnert.Fotos: Treude

Frankenberg - Der Erste Weltkrieg brach vor 100 Jahren aus, der Zweite Weltkrieg vor 75 Jahren. Und auch wenn diese Zeit heute weit weg scheint, gibt es weiter rund um den Globus todbringende Konflikte. Bei der zentralen Veranstaltung zum Volkstrauertag in Frankenberg wurde der Opfer gedacht.

Der Volkstrauertag ist nicht nur eine Möglichkeit, der Opfer von Krieg und Gewalt zu gedenken. Er bietet viel mehr auch die Chance, auf die Missstände in der Welt hinzuweisen. Genau das machten bei der zentralen Gedenkfeier des Landkreises auf dem Frankenberger Friedhof Landrat Dr. Reinhard Kubat und Pfarrer Christoph Holland-Letz.

Beide gingen in ihren Ansprachen auf die Gräueltaten des Ersten und Zweiten Weltkriegs ein, und beide verwiesen als Gegenstück auf die friedliche Revolution in der ehemaligen DDR vor 25 Jahren. Doch wichtig war ihnen auch der Blick in die Gegenwart. „Ich frage mich, ob wir in der Ukraine-Krise und anderen Konflikten schlafwandlerisch agieren“, sagte Holland-Letz. Damit bezog er sich auf das Sachbuch „Die Schlafwandler“ des Historikers Christopher Clark, der darin beschreibt, wie die europäischen Mächte auf den Ersten Weltkrieg zusteuerten, ohne zu wissen, was sie damit anrichten würden.

Landrat Kubat zeigte sich überzeugt, dass Versöhnung und ein friedliches Miteinander möglich sind: „Für Frieden muss man arbeiten. Das ist die größte Lehre aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.“ Nun scheine es, als sei der Frieden so brüchig wie lange nicht mehr. Umso wichtiger sei es, an Tagen wie dem Volkstrauertag, der Opfer zu gedenken.

Mehr lesen Sie in der Frankenberger Zeitung von Montag, 17. Dezember.

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