Sorge um die Dorferneuerung

Schlag ins Gesicht der Laisaer Bürger?

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Die Sanierung des Laisaer Dorfgemeinschaftshauses war der größte Punkt im Rahmen der Dorferneuerung. Parlamentarier des Battenberger Stadtteils befürchten, dass noch ausstehende Projekte nicht mehr realisiert werden.

Battenberg-Laisa - Stadtverordnete aus Laisa befürchten, dass ihr Heimatdorf durch die Aufnahme in das neue Dorferneuerungsprogramm benachteiligt wird.

Die Stadtverordneten haben sich einstimmig dafür ausgesprochen, ein Entwicklungskonzept zu beauftragen und Haushaltsmittel für ein kommunales Entwicklungskonzept und einen städtebaulichen Fachbeitrag bereitzustellen. Das Parlament folgte damit dem Beschlussvorschlag des Haupt- und Finanzausschusses.

Das Dorfentwicklungsprogramm berücksichtigt Projekte in Battenberg und allen Stadtteilen. Zunächst ist eine Fördersumme von bis zu 750000 Euro vorgesehen, die aber aufgestockt werden kann.

Robert Paulus von der Bürgerliste Laisa/Frohnhausen/Berghofen äußerte Bedenken, dass geplante, aber noch nicht umgesetzte Projekte aus der Laisaer Dorferneuerung nicht mehr berücksichtigt werden könnten. Denn mit dem neuen Förderprogramm endet die Dorferneuerung in dem Ort schon zum Jahresende. Im nächsten Jahr werde nur noch als förderfähig anerkannt, was auch die neuen Richtlinien erfülle, erklärte Bürgermeister Heinfried Horsel. Deshalb müsse das Parlament in diesem Jahr entscheiden, ob die im Rahmen der „alten“ Dorferneuerung vorgesehenen, noch nicht beendeten Maßnahmen umgesetzt werden sollen.

Chance für das Dorf

Laisa habe vom Programm „überproportional“ profitiert, etwa eine Million Euro seien investiert worden – beispielsweise in die Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses, sagte der Rathauschef. „So wird kein anderer Ort vom neuen Programm profitieren.“ Im Rahmen des neuen Programms könnten auch in Laisa wieder Projekte angemeldet werden: „Das ist eine Chance.“

Noch ausstehende Projekte seien der Umbau der Milchsammelstelle, die Ortsbegrünung und die Sanierung des Dachs der Dreschhalle. „Die großen Maßnahmen sind abgearbeitet“, sagte Horsel. Paulus sah das anders: „Es ist ein Schlag ins Gesicht des Dorferneuerungsausschusses.“ Im vergangenen Jahr hätte der Ausschuss stets den städtischen Haushalt im Blick gehabt und Projekte nach hinten geschoben. „Dafür werden wir jetzt bestraft.“

Kein „großes Füllhorn“

Der Christdemokrat Hans-Peter Huft bewertete das neue Förderprogramm positiv. Zwar werde nicht „das große Füllhorn“ über der Stadt ausgeschüttet, dennoch würden Projekte möglich sein.

Heinfried Horsel wies darauf hin, dass bereits jetzt Hausbesitzer in Battenberg und allen Stadtteilen private Maßnahmen zur Förderung anmelden könnten.

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