EGF-Chef reagiert auf Argumente der Gegner

Schleiter: Biomasse eine große Chance

Frankenberg. „Die konventionellen Energieträger sollen bis 2050 Schritt für Schritt durch erneuerbare Energien ersetzt werden. Auch wir können und werden hierzu einen Beitrag leisten.“

Mit diesen Worten begründete Karl-Heinz Schleiter, der Geschäftsführer der Frankenberger EnergieGesellschaft jetzt die Planungen für den Bau einer Biogasanlage mit Aufbereitung zu Bioerdgasqualität. Diese Anlage soll an der Frankenberger Südumgehung in Höhe der Burgwaldkaserne entstehen.

In seinen Ausführungen machte Schleiter darauf aufmerksam, dass zu den erneuerbaren Energien auch Biomasse gehöre: Die solle künftig mehr und mehr energetisch genutzt werden.

Wie berichtet, will die Frankenberger Energiegesellschaft die Biogasanlage zusammen mit dem Maschinenring Waldeck-Frankenberg bauen. Inzwischen regt sich der erste Widerstand aus der Bevölkerung gegen diese Anlage. Sogar eine Bürgerinitiative wurde bereits gegründet, Sprecher dieser Bürgerinitiative ist der Frankenberger Heiko Scholz.

Wertschöpfung in Region

Den wichtigsten Effekt der Biogas-Erzeugung sieht Schleiter darin, dass die Wertschöpfung in der Region bleibe. „Heute decken die privaten Haushalte im Durchschnitt 25 Prozent ihres Energiebedarfs mit Erdgas“, sagte Schleiter. Dieses Gas koste aber viel Geld, das letztlich an die fernen Förderländer der fossilen Brennstoffe überwiesen werden müsse.

Wie Walter Dersch, der Geschäftsführer des Maschinenrings, sagte, solle in der Biogasanlage auch Grünlandschnitt aus der extensiven Bewirtschaftung eingesetzt werden. „Abfälle kommen in der Anlage überhaupt nicht zum Einsatz“, ergänzte in diesem Zusammenhang EGF-Chef Karl-Heinz Schleiter, sondern nur nachwachsende Rohstoffe. Daher dürfe man die geplante Anlage auch nicht mit Biogasanlagen im „Fleischtopf Deutschlands“ vergleichen.

Derzeit Machbarkeitsstudie

Schleiter verwies zudem auf die Energiebilanz der Biogas-Erzeugung. Sie sei deutlich besser als bei anderen Verfahren. Besonders in Zeiten der Klimadebatte wirke sich positiv aus, dass die Produktion von Biogas CO2-neutral ist.

Für die Frankenberger Anlage werden laut Schleiter und Dersch zurzeit Machbarkeitsstudien für unterschiedliche Leistungsstufen erstellt. 50 Landwirte aus dem näheren Umkreis hätten sich bereits zur Rohstofflieferung bereit erklärt und wollten sich dadurch ein zusätzliches wirtschaftliches Standbein schaffen.

Übers Jahr betrachtet, so Schleiter und Dersch, werden rund sechs Transporte pro Tag über die Umgehungsstraße die Biogasanlage an der Südumgehung erreichen. Durch die Biogasanlage werde sich der Verkehr nicht erhöhen. Und dass zum Erscheinungsbild einer Biogas-Anlage auch ein Begrünungsplan gehöre, verstehe sich ebenso von selbst wie die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften und Grenzwerte bei der Genehmigung. (mjx)

Quelle: HNA

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