Geplante Biogasanlage: Investor sieht neue Perspektiven für die Wärmenutzung

Schleiter: Standort ist ideal

Biogasanlage: So könnte die geplante Anlage nahe der Burgwaldkaserne einmal aussehen. Investoren sind die EnergieGesellschaft Frankenberg und der Maschinenring Waldeck-Frankenberg. Die Fotomontage wurde von der EnergieGesellschaft Frankenberg erstellt. Fotomontage: nh

Frankenberg. Die geplante Biogasanlage nahe der Burgwaldkaserne ist heute Abend wieder Thema in der Frankenberger Stadtverordnetenversammlung. Die Parlamentarier sollen beschließen, dass die Stadt auf die Siedlungsflächen im Bereich zwischen Stadtrand und Aussiedlerhof Schwieder verzichtet – damit in unmittelbarer Nähe der Kaserne die Biogasanlage gebaut werden kann. Der Magistrat soll anschließend beim Regierungspräsidium einen Antrag auf Abweichung vom Regionalplan stellen.

Vor der Sitzung in der Ederberglandhalle hat Karl-Heinz Schleiter, der Geschäftsführer der Biogas Frankenberg GmbH, noch einmal die umstrittene Standortfrage für die vorgesehene Anlage aufgegriffen: „Der geplante Standort zwischen Frankenberg und der Burgwaldkaserne erweist sich als ideal“, schreibt Schleiter in einer Presseerklärung.

Dabei weist er darauf hin, dass sich nach der Standortsicherung für die Burgwaldkaserne zusätzliche neue Perspektiven für ein Wärmenutzungskonzept ergeben haben. Von den Spezialisten des Frankenberger Energieversorgers sei daher bereits die Erweiterung des Konzepts für den Bau und der Biogasanlage erarbeitet worden. Laut Schleiter umfassen die Pläne der EGF mehrere Varianten in drei Ausbaustufen.

Biogas für die Kaserne

Eine der Varianten geht davon aus, dass in der Kaserne eine neue Sporthalle gebaut wird. Bereits Ende 2011 hatte Schleiter beim Bund schriftlich sein Interesse bekundet, dass die EGF gemeinsam mit dem Maschinenring Waldeck-Frankenberg die Bundeswehr-Sporthalle mit Rohbiogas oder mit zu Erdgasqualität aufbereitetem Biogas beliefern könne. Bei einer Ausschreibung geht Schleiter sogar davon aus, dass EGF und Maschinenring für die komplette Wärmeversorgung der Kaserne sorgen können – und zwar durch die Anlieferung von Rohbiogas aus der Biogasanlage über eine Niederdruckleitung. In der Kaserne könne dann über hocheffiziente Systeme Strom und Wärme erzeugt werden.

Schleiter denkt aber auch an die Wärmeversorgung der beiden westlichen Schulen im Stadtgebiet von Frankenberg: Regenbogenschule und Hans-Viessmann-Schule. „Auch dort könnte die Wärmeversorgung über Blockheizkraftwerke erfolgen.“ Die Belieferung der Schulen, so Schleiter, könne über eine noch zu verlegende Gasleitung mit Rohbiogas aus der Biogasanlage erfolgen.

Anbindung weiterer Kunden

Von den Schulen bis zum nächsten großen Wärmeabnehmer, Ederberglandhalle und Ederberglandbad, sei dann nur eine kleine weitere Strecke zu überwinden, meint Schleiter. Der unterschiedliche Bedarf der Schulen, des Ederberglandbades und der Ederberglandhalle werde sich ideal ergänzen und eine kontinuierliche Gasabnahme garantieren. „Das macht die Bedeutung des Biogases für die EGF besonders interessant“, sagt Schleiter. Er sieht sogar noch die Anbindung weiterer Kunden im Stadtgebiet. Dabei macht er darauf aufmerksam, dass es sich bei dem geplanten Projekt nicht um eine großindustrielle, sondern um eine Biogasanlage mit einer Leistung zwischen 750 und 900 Kilowatt handelt. (mjx)

Quelle: HNA

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