Willinger Weltcup-Skispringen: Michael Neumayer starker Dritter beim Sieg des Österreichers

An Schlieri führt kein Weg vorbei

Sie standen nach dem Einzelspringen auf dem Podest: Von links Anders Jacobsen (zweiter Platz), Sieger Gregor Schlierenzauer und Michael Neumayer. Foto: Socher

Willingen. Gregor Schlierenzauer hat zugeschlagen. Der Österreicher hat gestern in Willingen seinen achten Weltcupsieg gefeiert. Sprünge auf 142,5 und 137,5 Meter reichten, um sich wie im Vorjahr den Platz ganz oben bei der Siegerehrung an der Mühlenkopfschanze zu sichern.

Damit machte er wertvolle Punkte im Kampf um den Gesamtweltcup gut, da der dort führende Simon Ammann (Schweiz) in Willingen pausierte. Zweiter wurde der Norweger Anders Jacobsen (139/138,5 Meter).

In Jubelstürme ausbrechen ließ aber ein anderer Athlet die 16 000 Zuschauer: Michael Neumayer aus Deutschland. Er wurde starker Dritter und feierte damit sein bisher bestes Saisonergebnis.

„Das ist einfach affengeil“, schrie er nach dem Springen heraus. „Ich habe schon am Freitag und heute in jedem Durchgang gezeigt, dass ich vorn dabei bin. Ich hoffe, dass ich diese Form mit zu Olympia nehmen kann.“ Auch eine halbe Stunde nach dem Springen war Neumayer die Freude anzusehen. „Das ist das zweite Podium für mich. Darüber bin ich natürlich total glücklich. Es ist eine Riesen-Gaudi, vor so vielen Zuschauern zu springen.“ Auch die Tatsache, dass nicht alle Topspringer dabei waren, störte den 30-Jährigen kaum. „Schade finde ich das eigentlich nicht. So konnte ich weiter vorn landen“, sagte er grinsend.

Die gute Mannschaftsleistung der Deutschen komplettierten Michael Uhrmann als Zehnter (131/138,5 Meter) und Martin Schmitt als Elfter (133,5/137,5 Meter). „Ich bin absolut zufrieden. Aber ein bisschen muss ich mich noch steigern mit Blick auf die Olympischen Spiele. Ich denke aber, dass wir gerade mit dem Team dafür sehr gut aufgestellt sind“, sagte Schmitt.

Mit Severin Freund (130,5/127 Meter), der auf Platz 19 landete, Pascal Bodmer (126,5/128 Meter) als 21. und Andreas Wank (125,5/127,5 Meter) als 24. hatten noch drei weitere Deutsche den Sprung in den zweiten Durchgang der besten 30 geschafft. Lediglich Tobias Bogner wurde am Ende 31.

Gerade Bodmer und Wank, die sich um den vierten Startplatz in der Mannschaft beim Springen in Vancouver streiten, waren mit ihren Auftritten gar nicht zufrieden. „Im ersten Durchgang habe ich in der Flugphase ein bisschen ausprobiert. Das ging leider daneben. Der zweite Sprung war besser, aber auch nicht wirklich gut“, bilanzierte Bodmer. Auch Wank fand klare Worte. „Ich habe viele kleine Fehler gemacht. Das ärgert mich. Aber gut ist, dass ich weiß, was ich falsch gemacht habe. Jetzt muss ich es nur noch ändern.“

Schlierenzauer und Jacobsen fanden nur lobende Worte für den Weltcup im Upland. „Der zweite Platz macht mich sehr glücklich. Die tollen Zuschauer und die große Schanze machen Willingen für mich perfekt“, bilanzierte Jacobsen.

Und als Schlierenzauer vor seinem letzten Sprung noch minutenlang an seiner Bindung hantierte, machte sich der Norweger vielleicht sogar Hoffnungen auf einen Sieg. „Ich wollte Schnee von meinem Schuh wischen, dabei habe ich die Bindung beschädigt. Gott sei Dank war da oben eine Werkzeugkiste und ich konnte das reparieren“, erklärte der Sieger. SPORT

Von Marco Washausen

Quelle: HNA

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