Reddighäuser Ortsbeirat diskutiert über Dorfgemeinschaftshaus

Schließung noch kein Thema

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Das Dorfgemeinschaftshaus in Reddighausen ist das älteste Bürgerhaus im Stadtgebiet von Hatzfeld. Im Dorf gibt es auch noch eine Festhalle.Foto: Mark Adel

Hatzfeld-Reddighausen - Muss die Stadt öffentliche Einrichtungen wie Dorfgemeinschaftshäuser schließen? Diese Frage stellen sich Bürger und Kommunalpolitiker. Schließlich hat sich Hatzfeld gerade erst vertraglich zum Sparen verpflichtet, weil die Stadt unter den Schutzschirm des Landes Hessen geschlüpft ist.

Fast 130.000 Euro lässt sich Hatzfeld die Bürgerhäuser jährlich kosten – und nimmt gerade mal 16.000 Euro ein. Bei der Einbringung des Haushalts 2013 hatte Bürgermeister Uwe Ermisch sich gegen eine Schließung der Häuser prinzipiell ausgesprochen, die Zukunft des Reddighäuser Dorfgemeinschaftshaus aber offen gelassen.

Ermisch hielt die „Aufgabe“ des Gebäudes für diskutierbar, wenn sich für die Unterbringung des Jugendclubs eine Lösung finde. Die könne aber nur „im Einvernehmen mit den Akteuren vor Ort geklärt werden“, hatte der Bürgermeister gesagt.

Am Donnerstag beschäftigte sich der Reddighäuser Ortsbeirat mit dem Haushaltsplan und damit auch mit der Zukunft des Dorfgemeinschaftshauses. Es war bis vergangenes Jahr zugleich Gerätehaus der Feuerwehr. Die Brandschützer sind in den alten Kindergarten umgezogen, die bisherigen Räume werden vom Jugendclub genutzt.

Regelmäßige Nutzer sind nach Auskunft von Ortsvorsteher Marcus Bettelhäuser auch Chorgemeinschaft, Landfrauen und Gymnastikdamen. Für Familienfeiern würde das Dorfgemeinschaftshaus kaum genutzt, sagte er und verwies auf andere gut ausgestattete Vereinsräume und die Wirtschaft. Genutzt wird auch die Backstube im Dorfgemeinschaftshaus.

„Wir wissen, dass das Ding auf wackligen Füßen steht“, gab er zu. Zunächst solle aber im gesamten Stadtgebiet nach Einsparmöglichkeiten gesucht werden sagte er. Außerdem sei die Aufgabe des Dorfgemeinschaftshauses nur dann möglich, wenn auch ein Käufer vorhanden sei – schließlich soll das Gebäude mitten im Dorf nicht verfallen. Konkret mit der Zukunft befassen wollen sich die Reddighäuser deshalb noch nicht: „Dafür ist es noch zu früh“, sagt Bettelhäuser.

Zunächst soll die Verwaltung nach dem Willen des Ortsbeirats ermitteln, welche Kosten für die einzelnen Dorfgemeinschaftshäuser entstehen und wie rege sie genutzt werden. „Wenn die Zahlen auf dem Tisch liegen, müssen wir den nächsten Schritt machen.“ Die Umsetzung der Einsparungen „betrifft alle“, betonte Bettelhäuser.

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