Radweg bei Gemünden

Schluss mit der Lücke

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Die Stadträte Hans-Dieter Gießing und Markus Bornmann, Hartmut Reiße von der Touristik-Service Marburger Land, Bürgermeister Frank Gleim, Landrat Reinhard Kubat und SPD-Fraktionschef Heinz-Jürgen Hammer (v.l.) eröffnen den neuen Radweg

Gemünden - Manchmal sind es die kleinen Summen, die Großes bewirken: Gerade einmal 24000 Euro hat es gekostet, eine der gefährlichsten Lücken im Radwegenetz zu schließen: Zwischen Grüsen und Gemünden fahren Radler künftig auf feinem Schotter durch die Natur.

Im Bewusstsein ist der neue Radweg noch nicht angekommen: Zwischen Gemünden und Grüsen schieben sich an diesem Brücken-Freitag zahlreiche Radfahrer über die stark befahrene Landesstraße 3073, die von Frankenberg über Gemünden in Richtung Wohratal führt. Zu frisch ist der neue Radweg in wenigen Hundert Metern Entfernung, zu gewohnt noch die alte, unbequeme Route über die Landesstraße.

Immer wieder waren es Eltern aus den Bunstruth-Dörfern Grüsen und Sehlen, die sich für eine bessere Verbindung für Radler und Wanderer in Richtung Gemündener Kernstadt einsetzten. Doch auch aus touristischer Perspektive waren die rund 2,1 Kilometer auf der Landesstraße ein Ärgernis: Gemütlich auf oder nahe der alten Bahntrasse können Fahrradfahrer auf dem Fernradweg R6 von Kirchhain nach Gemünden fahren. Dort gab es möglicherweise eine ebenso gemütliche Einkehr – und dann in Richtung Norden der Schock: Vor der Sanierung der Landesstraße kämpften Radler und Autofahrer um jeden Quadratmeter lochfreien Asphalts, seit der Sanierung dürfen motorisierte Vehikel wieder 100 Kilometer in der Stunde fahren. Für Radfahrer ein Graus – aber ein Graus der Vergangenheit.

Aus wenig wird viel

„Wir haben hier wenig Aufwand und hohe Effizienz“, lobt Landrat Reinhard Kubat den neuen Radweg: Gerade einmal 24000 Euro hat es gekostet, die Radfahrer auf die sichere Seite zu holen – der Landkreis Wal­deck-Frankenberg trägt zehn Prozent. Von der Kernstadt aus kommend fahren die Radfahrer künftig in Richtung Lehnhausen. Vor dem Ortsausgang geht es auf der Rückseite der Bahntrasse am alten Bahnhof und dem Hundeplatz vorbei durch das Feld. „Der Weg ist aus Umweltschutzgründen nur geschottert“, erklärt Bürgermeister Frank Gleim – das macht die Arbeiten günstig und gibt dem Weg eine naturnahe Wirkung. Am Ende des neuen Abschnitts, der auf einem ehemaligen Wald- und-Wiesen-Pfad liegt, schließt der Radweg an die alte, seit Jahrzehnten stillgelegte Landesstraße an und führt in die Bunstruth-Dörfer.

Gut für den Tourismus

Dieser Lückenschluss ist wichtig für das Radwegenetz zwischen Kirchhain und Frankenberg“, freut sich auch Hartmut Reiße vom Touristik-Service Marburger Land, dem auch die Grenzkommune Gemünden angehört. Der Fernradweg R6 gewinne an Qualität und ebenso der auf diesem Abschnitt parallel laufende Ohm-Eder-Radweg. Künftig sei zudem eine Radroute von Neustadt nach Gemünden geplant – auch die profitiere von einem guten Anschluss in Richtung Norden und zum Edersee.

Kubat und Gleim betonen zugleich aber auch den Charakter für die Regionalentwicklung: Die Bunstruth sei künftig gefahrlos auch unmotorisiert an die Kernstadt angebunden. Das sei wichtig für Schüler, für Senioren, „und ich glaube, dass auch das Schwimmbad davon profitieren wird“, gibt sich der Gemündener Bürgermeister optimistisch.

Eigentlich hätte der Weg bereits eröffnet sein sollen: Der Auftrag stammt aus dem vergangenen Jahr. Doch die Arbeiten erforderten eine längere Trockenperiode. Dann ging es schnell: „Gebaut wurde hier nur zwei Wochen“, sagt Frank Gleim zufrieden.

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