Schlussakkord: Kirchenkreis verabschiedete Bezirkskantor Daniel Gárdonyi

Dank und Segensworte: Gemeinsam verabschiedeten (von links) Bezirkskantorin Ulrike Tetzer, Gerda Albrecht und Felicita Wickert im Jahresabschlussgottesdienst in der Liebfrauenkirche Bezirkskantor Daniel Gárdonyi nach fast fünfjährigem Dienst an der Kirchenmusik der Region. Foto: Völker

Frankenberg. „Nicht nur die Musik, auch die Zeit kennt einen Takt - Silvester macht da einen doppelten Taktstrich, an dem wir uns auf die Melodien der letzten zwölf Monate, die unser Leben bestimmt haben, besinnen", meinte Pfarrerin Felicita Wickert.

Den Jahresabschluss-Gottesdienst in der Liebfrauenkirche stellte sie ganz unter die Symbolsprache der Musik, denn es galt einen Schlussakkord zu setzen: Gemeinsam mit Bezirkskantorin Ulrike Tetzer (Bad Wildungen) und Kantoreivorsitzender Gerda Albrecht (Frankenberg) verabschiedete sie Bezirkskantor Daniel Gárdonyi.

Vier Jahre und 50 Monate hat Daniel Gárdonyi, wie die Pfarrerin ausgerechnet hatte, „die Melodie, die unsere musikalisch so ausgeprägte Kirchengemeinde singt, maßgeblich geprägt.“ Als wiederkehrende Themen nannte sie die Konzerte seiner Frankenberger Orgelzyklen, die Abendmusiken in der Hospitalkirche und die Ausgestaltung der sonntäglichen Gottesdienste, die ihm wichtig gewesen seien. „Unsere Chöre hast du immer wieder zu Höchstleistungen angespornt“, lobte Wickert.

Künftig in Würzburg tätig

Die Geistliche bedankte sich auch für das konstruktive Miteinander des Kantors im Team mit Pfarrern und Kirchenvorstand. Gemeinsam mit Gerda Albrecht sprach sie Daniel Gárdonyi vor dem Altar den Segen für seinen weiteren Lebensweg zu mit der Bitte, dass Gott ihm seine Kreativität und Freude an der Musik erhalte. Er wird, wie berichtet, künftig in Würzburg künstlerisch als freiberuflicher Organist und Musiklehrer tätig sein.

Aus dem gesamten evangelischen Kirchenkreis Eder waren Freunde der Kirchenmusik zu diesem Abschiedsgottesdienst in die Liebfrauenkirche gekommen, um persönlich Daniel Gárdonyi Dank und Anerkennung auf vielfältige Weise zu äußern. Eine Paket mit vielen kleinen Dingen „zum Aufwärmen, wenn du auf kalten Orgelbänken sitzen musst“ überreichte ihm Felicita Wickert zum Abschluss. Die Kantorei an der Liebfrauenkirche hatte ihrem Chorleiter bereits zwei Tage zuvor einen sehr liebevollen Abschied mit Rückblick bereitet.

Virtuoses Orgel-Feuerwerk

In der letzten Stunde des alten Jahres zeigte dann aber Daniel Gárdonyi in dem von ihm weiergeführten „Silvester-Orgelfeuerwerk“ noch einmal seine virtuose Organistenkunst: Mit einer tiefen Verbeugung vor Johann Sebastian Bach und dessen barocker Klangtradition, die auch die Disposition des Böttner-Instruments von 1970 bestimmt, zog der Kantor einen Bogen von der Bach-Toccata und Fuge in d-Moll bis hin zu Franz Liszts „Präludium und Fuge über B-A-C-H“, orchestral anmutend und in romantischem Gewand. Wie nahe ihm diese Musikepoche ebenso wie neuere französische Orgelmusik auch während seiner Frankenberger Jahre lag, ließ er in dem meditativen Werk „Le Banquet céleste“ von Olivier Messiaen (1908-1992) zwischen feinen Schwebungen und pointiertem Stakkato höchst eindrucksvoll aufscheinen. Es gab lang anhaltenden, Beifall, bevor die Glocken das neue Jahr einläuteten.

Von Karl-Hermann Völker

Quelle: HNA

Kommentare