Gert anhalt liest Mordsmäßig schmalzig in Frankenberg

Schmalziger Abend mit Krimi und Humor

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Gert Anhalt las 90 Zuhörern im Sitzungszimmer im alten Rathaus aus seinem Frankenberg-Krimi „Mordsmäßig schmalzig“ vor. Er sorgte mit seinem spöttischen Humor für viele Lacher und erntete großen Applaus.Fotos: Patricia Kutsch

Frankenberg - Im Krimi "Mordsmäßig schmalzig" wird Frankenberg als Provinz beschrieben. Autor Gert Anhalt charakterisiert die Menschen und die Region mit bissigem Humor und einigen Augenzwinkern - macht seiner Heimat damit aber zugleich eine Liebeserklärung. Genau so präsentierte er sich bei der Lesung seines Krimis: humorvoll - und verliebt in die Heimat.

Im historischen Rathaus - Gert Anhalt beschreibt es in seinem Krimi als Gebäude wie aus einem Eisenbahn-Miniatur-Wunderland - unterhielt der Autor rund 90 Gäste der Buchhandlung Jakobi und der Frankenberger Zeitung. Er las das erste Kapitel seines Frankenberg-Krimis „Mordsmäßig schmalzig“ vor und unterhielt sein Publikum durch seine anschließenden Erzählungen mit viel Humor.

Bereits während des ersten Kapitels hatten die Zuhörer viel zu lachen: Immer wieder beschrieb Anhalt die Frankenberger oder bekannte Orte der Stadt, ein bisschen bissig und ungewöhnlich, aber mit viel Augenzwinkern. Da wurden Burgwald und Kellerwald zur „gigantischen Gemüsebeilage der Götter“, die Bewohner der Region hingegen sind eher holzig - weil es im Frankenberger Land sehr viel Wald gibt, sei das auch kein Wunder.

Seinen Roman möchte er trotz aller Späße und spottischen Beschreibungen als eine einzige Liebeserklärung an das Frankenberger Land verstanden wissen. „Wie könnte man Frankenberg nicht lieben?“, fragte er. „Die Provinz ist mit das Schönste was wir haben.“

In langen Passagen habe er die Orte beschrieben. „Da ist aber einiges gestrichen worden“, verriet er. Denn sein Verlag wolle das Buch schließlich nicht nur in Frankenberg verkaufen, sondern gerne in ganz Deutschland. Langatmige Beschreibungen seien für diese Leser nicht so spannende. Selbst der eigene Verlag sei zunächst nicht überzeugt gewesen von der Idee eines Frankenberg-Krimis. „Irgendwann kamen sie aber doch und sagten, ‚Ja, mach es‘ - warum weiß ich nicht“.

Gute Nachrichten für die Liebhaber des Buches: Anhalt kann sich eine Fortsetzung, vielleicht sogar eine Frankenberg-Reihe vorstellen - das hängt aber davon ab, wie gut das Buch bei den Lesern ankommt, wie oft es gekauft wird. Eine Fortsetzung hat Bürgermeister Rüdiger Heß quasi schon in Auftrag gegeben. Er schenkte dem Autoren ein Buch über das Frankenberger Rathaus. „Vielleicht inspiriert sie das zu einem weiteren Buch“, sagte Heß. „Das muss ja nicht gruselig sein. Es gibt auch viele schöne Dinge in Frankenberg.“

Mehr über das Interview mit dem Autor Gert anhalt lesen Sie am Samstag in der gedruckten Ausgabe der Frankenberger Zeitung.

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