Anklage: Familienvater soll Ehefrau zu Sex gezwungen haben

Vor Schmerzen geweint

Marburg.. Hat ein 44-jähriger Familienvater vor sieben Jahren seine Ehefrau vergewaltigt, oder handelt es sich bei der Anzeige um einen Racheakt der inzwischen in Trennung von ihm lebenden Frau? Mit dieser Frage muss sich derzeit das Marburger Amtsgericht beschäftigen.

Laut Anklage soll der Mann im Februar 2004 kurz nach der Geburt der dritten Tochter im ehelichen Bett gegen den Willen seiner Ehefrau Geschlechtsverkehr mit ihr gehabt haben, und das, obwohl sie durch einen Kaiserschnitt eine noch nicht verheilte Wunde hatte.

Der erste Prozesstag endete gestern mit einer überraschenden Wende, nachdem es bereits so ausgesehen hatte, als könne die Beweisaufnahme geschlossen und ein Urteil gesprochen werden. Hatte der Mann zunächst noch auf sanften Druck von Staatsanwältin Annemarie Wied und Richter Cai Adrian Boesken die Sexualstraftat eingeräumt, was der Frau eine Zeugenaussage erspart hätte, hatte das Gericht zuletzt erhebliche Zweifel, ob es sich nicht vielleicht doch nur um eine prozess-taktisches Einräumen der Tat handeln könne, und der Vorwurf eventuell falsch sei.

Anfangs hatte der Angeklagte noch beteuert, dass er nicht gegen den Willen der Frau gehandelt habe, auch wenn er einräumte, dass sie wegen Schmerzen geweint habe. Nun gestand er, dass sie wohl doch nicht einverstanden gewesen sei. Und sicher habe sie das Bett auch nicht verlassen können, weil er sich über sie gebeugt habe. Zuvor hatte er noch gemutmaßt, dass der Grund für die Beschuldigungen darin liegen könnte, dass seine Frau seit längerem einen neuen Freund habe. „Dass man da irgendetwas in den Raum stellen muss, damit man den alten Ehemann los wird, ist ja logisch.“

Freundin wusste von nichts

Grund dafür, dass die Verhandlung nun am 21. November fortgesetzt werden muss, ist die Aussage einer Freundin der Frau: „Ich glaube sicher, dass sie mir das erzählt hätte, da war nie die Rede davon“, deshalb glaube sie, dass die Tat auch nicht geschehen sei, betonte sie.

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Quelle: HNA

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