Lebenshilfe-Mitarbeiter fertigen Schiefertafeln

Schmuck für Wiesenfelder Kräutergarten

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Martin Henke, Leiter der Frankenberger Lebenshilfe-Werkstätten (Hintergrund), und Annalinde Mischel (links), Auszubildende als Arbeitserzieherin, freuen sich mit Sonja Bobsin und Boris Banjac über die ersten gelungenen Kräuter-Schildchen.

Burgwald-Wiesenfeld - Die alten Porzellanschildchen von 1990, dem Gründerjahr des Wiesenfelder Kräutergartens an der ehemaligen Klosterkirche, waren unleserlich geworden. Nun hilft die Frankenberger Werkstatt des Lebenshilfe-Werkes mit, pünktlich zum neunten Wiesenfelder Kräutermarkt am 16. August für neue, kunstvolle Pflanzenschilder zu sorgen.

Später werden sie zwischen blauen Lavendelblüten und Rosmarin, duftendem Pfefferminz oder Johanniskraut stehen. Aber jetzt sind es einfach nur graue Schiefersteine, die in der Frankenberger Werkstatt des Lebenshilfe-Werkes auf dem Tisch liegen und verarbeitet werden. Aus Anlass des Kräutermarktes am 16. August, zu dem viele hundert Besucher erwartet werden, sollen 60 von ihnen den „Wärzegoarde“ an der Johanniterkirche schmücken, kleine ovale Schieferschilder mit weißer, informativer Aufschrift.

Gelandet ist der Auftrag des Heimatvereins Wiesenfeld in der Montagegruppe der Lebenshilfe-Werkstatt, die seit Jahren in ihrem „Kreativ-Bereich“ für besonders schöne Dekorationsartikel zuständig ist und vorzugsweise kleine Geschenke für die alljährlichen Basare der Lebenshilfe herstellt. Aber dieser Teil der Werkstatt freut sich auch über Aufträge von Firmen oder Privatkunden.

Insgesamt bieten die Frankenberger Werkstätten im südlichen Kreisteil derzeit an sechs verschiedenen Produktionsstandorten 265 Arbeits- und Betreuungsplätze an, in denen Menschen mit geistiger, körperlicher, seelischer oder mehrfacher Behinderung am Arbeitsleben teilnehmen können.

Der Auftrag mit den Kräutergarten-Schildchen wird in mehreren Abteilungen hergestellt. Bodo Pitz, Gruppenleiter der Schreinerei, ist für die Bearbeitung der Schiefersteine zuständig, die er mit dem Dachdeckerhammer auf dem Schlageisen in die ovale Form bringt. „Zwei Dachdecker-Firmen aus dem Kreis Waldeck-Frankenberg haben uns dafür die Schiefertafeln gespendet“, freut sich Pitz und fügt hinzu: „Wir könnten durchaus noch mehr Schiefermaterial gebrauchen.“

Die Mitarbeiter in der Montagegruppe der Frankenberger Lebenshilfe-Werkstatt sind für die Vorbereitung des Naturmaterials zuständig. „Wir finden den Auftrag sehr abwechslungsreich, weil mehrere Arbeitsschritte notwendig sind“, sagt Sonja Bobsin, während sie mit einer Schablone die Formen auf den zuvor gewaschenen Schiefer zeichnet. Ihr Kollege Boris Banjac hat beim Transport der schweren Schiefersteine mitgeholfen. In einer anderen Abteilung der Werkstätten sind bereits die Metallstäbe gefertigt worden, auf die die Kräuterschildchen später aufgeklebt werden.

Der dekorativste Teil der Arbeit bleibt aber Inge Göttig-Müller (Braunshausen) vorbehalten: Die Leiterin der Montageabteilung wird in schmuckvoller Handschrift die Pflanzennamen auftragen, Weiß auf Grau, dann sind ihre Mitarbeiterinnen in der Werkstatt für die wetterfeste Lackierung zum Schluss zuständig. Wie solche schmuckvollen Gartenschildchen aus der Lebenshilfe-Werkstatt fertig aussehen, kann man heute schon im Kräutergarten am Backhaus von Geismar bewundern und, natürlich, beim neunten Wiesenfelder Kräutermarkt am 16. August. (vk)

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