Diebstahl und Drogen

Schnaps geklaut, um Heroinsucht zu finanzieren

Frankenberg - Als "klassische Beschaffungskriminalität" bezeichneten die Richterin und auch die Anwälte die Delikte. Für Bewährungsstrafen war die Prognose bei allen drei Angeklagten zu schlecht.

Die Liste der Taten war lang; neben Drogenbesitz, Fahren ohne Fahrerlaubnis unter dem Einfluss von Alkohol und dem Diebstahl eines Mantels im Wert von 400 Euro standen vor allem Diebstähle von Spirituosen in der Anklageschrift. Die drei Männer - 26, 31 und 32 Jahre alt - hatten in verschiedenen Geschäften in Frankenberg wiederholt mehrere Flaschen Wodka, Whiskey und Cognac gestohlen. Einmal versteckten die drei sogar zehn Schnapsflaschen in einem Rucksack - dabei wurden sie von einer Überwachungskamera gefilmt. Der 31-jährige Angeklagte hatte zweimal zusätzlich ein Messer bei sich. Er sitzt bereits nach einer anderen Verurteilung im Gefängnis. Der 32-Jährige war erst kurze Zeit vorher aus der Haft entlassen worden.

Die drei jungen Männer - alle drei sind drogenabhängig - räumten die Taten sofort ein und machten somit die Befragung der 16 geladenen Zeugen überflüssig. Nur der Jüngste behauptete in einem Fall, es habe keine gemeinschaftliche Aktion gegeben. Dies wurde allerdings durch das Überwachungsvideo widerlegt. Der Jüngste war es auch, der bei einer Personenkontrolle mit einer nicht unerheblichen Menge Heroinzubereitung erwischt wurde: Er hatte mehr als zehn Gramm bei sich.

Der 26-Jährige muss nun für ein Jahr und einen Monat ins Gefängnis. Für den 32-Jährigen sprach das Gericht eine Strafe von einem Jahr aus. Der 31-Jährige, der ohnehin schon in Haft ist, bleibt für ein weiteres Jahr und zehn Monate hinter Gittern.

Allen dreien hat Richterin Andrea Hülshorst die Zustimmung für den Paragraphen 35 des Betäubungsmittelgesetzes signalisiert: Danach kann die Freiheitsstrafe zurückgestellt werden, wenn der Verurteilte eine Therapie gegen die Drogensucht erfolgreich abschließt.

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