Vier Gemeinden im Oeren Edertal beteiligten sich an „Nacht der offenen Kirchen“

Die Schöpfung neu erlebt

Erfüllte in Allendorf Kirchenlieder-Wünsche: Organistin Reka Zombory. Foto: Blanke

Hatzfeld/Allendorf-Eder. Die Schöpfung bei einer Pilgerwanderung erfahren, in der Kirche einen Kinofilm erleben, gemeinsam einen Mitternachtsgottesdienst feiern: Das alles war möglich bei der „Nacht der offenen Kirchen“. Im Gebiet der evangelischen Dekanate Biedenkopf und Gladenbach hatten 21 Gotteshäuser ihre Türen bis in den späten Abend geöffnet, davon vier im Oberen Edertal.

Nebel lag über der Landschaft, als eine kleine Pilgergruppe zur Kirche nach Lindenhof aufbrach. Schweigend gehen sie einen Teil des Weges. An ausgewählten Stellen las Pfarrerin Gudrun Ungerer Teile aus dem Schöpfungsbericht. „Gottes Schöpfung hat immer noch Geheimnisse, auch für den modernen Menschen“ erläuterte Ungerer. „Das können wir heute Nacht erfahren“. In Lindenhof angekommen, erlebten die Wanderer eine Andacht in der gefüllten Kirche. In einem Zelt davor konnten sich die Besucher stärken und den Abend ausklingen lassen.

Kirche als Kinosaal

Zum Kinosaal wurde die Kirche in Holzhausen. Stimmungsvoll mit Teelichtern geschmückt  und mit Blumen dekoriert, sahen die Besucher dort auf einer Großleinwand den Film „Visionen – aus dem Leben von Hildegard von Bingen“.  „Das hat mich tief beeindruckt“ erzählt eine Besucherin   „So   etwas hätte ich in der Kirche nie erwartet“. Statt Popcorn gab es im Kirchen-Kino frisches Brot und Obst.

Die Ereignisse des 11. September 2001 in den USA bildeteten die Basis eines Mitternachtsgottesdienst zum Thema „Sorge und Vertrauen“. Auch für Kinder und Jugendliche wurde einiges geboten. In Hatzfeld ging Gemeindepädagogin Anna Rüttger mit einem Team der Frage nach, welcher Lebensweg wohl der richtige sei. 50 Jugendliche sahen einen lebendigen Gottesdienst, der durch kleine Theaterstücke und moderne Lieder aufgelockert wurde.

Einen musikalischen Schwerpunkt setzte die Gemeinde in Allendorf. Dort konnten sich die Besucher Kirchenlieder wünschen, die sie schon immer einmal wieder singen wollten. Begleitet durch die Organistin Reka Zombory am Klavier ertönten religiöse Evergreens wie „Ich bete an die Macht der Liebe“ oder „Nun ruhen alle Wälder“ von Paul Gerhard, aber auch moderne Lieder wie „Da berühren sich Himmel und Erde“.

Stimmungsvoll geschmückt

Eine besondere Atmosphäre kam beim anschließenden Abendmahl auf, das in einem Halbkreis rund um den stimmungsvoll geschmückten und einzig durch Kerzenlicht erleuchteten Altar gefeiert wurde. „Kirche so zu erleben, ist etwas ganz Besonderes“, sagte Pfarrer Gerald Rohrmann. Und auch die Hatzfelder Pfarrerin Gudrun Ungerer war am Ende des Abends begeistert: „Das war so schön, dass ich mich jetzt schon frage: Was machen wir wohl im nächsten Jahr?“ (nh/off)

Quelle: HNA

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