Schreufa

Schon Verträge für 2010 geschlossen

- Inklusive Kaufpreis hat die Neuenhauser Gruppe seit der Übernahme des insolventen Spulenherstellers Scholze in Schreufa 800 000 Euro für die Umstrukturierung des Unternehmens investiert.

Frankenberg-Schreufa. Ein knappes halbes Jahr nach der Übernahme durch die Neuenhauser Gruppe und der Umwandlung der insolventen Firma Erich Scholze in die „Scholze Germany GmbH“ ist der Vorstand der Neuenhauser Gruppe zufrieden mit den bisherigen Ergebnissen. Die geplanten Veränderungen seien fast alle umgesetzt, sagte Heinz Wilhelm Kamp vom Vorstand der Neuenhauser Gruppe im Gespräch mit der Frankenberger Zeitung. „Grundsätzlich läuft alles nach Plan“, sagte Kamp, „und das ist positiv zu bewerten.“ Die finanziellen Transaktionen zwischen der Insolvenzverwalterin Gundula Pierson aus Marburg und der Neuenhauser Gruppe seien beinahe abgeschlossen. Lediglich der Umzug der großen Maschinen aus dem alten Werk I auf der linken Seite der Sachsenberger Straße in das neuere Werk gegenüber sei durch die langwierigen Straßenbauarbeiten in Schreufa deutlich verzögert worden. „Bis alles reibungslos läuft und alles an seinem Platz ist, wird es noch einige Wochen dauern“. Rund 800 000 Euro wird die Neuenhauser Gruppe bis zum Jahresende in die Firma Scholze investiert haben, sagte Kamp, inklusive Kaufpreis. Die fünf Mitarbeiter der Verwaltung haben neue Modulbüros erhalten: Sie wurden im gleichen Gebäude errichtet wie die Produktion, die nun mit 35 Mitarbeitern im ehemaligen Werk II läuft. „Das hat eine Stange Geld gekostet“, sagte Kamp, „aber es spart Zeit und damit Geld.“ Es sei aber wichtig, dass die Arbeitsatmosphäre für die Mitarbeiter stimme. Zudem sei die unternehmensinterne Kommunikation durch die Verlagerung der Verwaltung in das Produktionsgebäude deutlich verbessert worden. Alle ehemaligen Kunden seien geblieben, informierte das Vorstandsmitglied. Mit einigen seien bereits neue Rahmenverträge für das Folgejahr abgeschlossen worden. Dennoch spüre auch Scholze weiterhin die Finanzkrise: „Die Kunden erwarten längere Zahlungsziele und andere Preise“, berichtet Heinz Wilhelm Kamp. Die Umsätze entsprächen jedoch den Zahlen, mit denen das Unternehmen bei der Übernahme im August gerechnet habe. „Es ist zwar sehr verhalten, aber wir kommen damit aus.“ Eine ähnliche Situation erwarte er auch für das Folgejahr. Mit „bescheidenem Wirtschaften“ würde die Scholze Germany GmbH auch damit über die Runden kommen. Ab 2011 gelte es dann, weiterzusehen und sich möglicherweise Gedanken über Investitionen zu machen. Sämtliche Gebäude, die im Besitz der Firma Scholze waren, hat mittlerweile die Freitag Beteiligungs GmbH und Co. KG gekauft. Sie ist Vermieterin für die Scholze Germany GmbH und Eigentümerin der Gebäude in der Sachsenberger Straße 3, die an 20 Unternehmen vermietet sind. Dort hat auch die Firma Mütze Textilband ihren Sitz. Deren Geschäftsführer Matthias Freitag ist Inhaber der Beteiligungs GmbH. Er sieht Potential für das Werk auf der anderen Straßenseite. Im vergangenen Jahr seien zahlreiche Interessenten auf ihn zugekommen, die nach Büro- und Lagerflächen in der Sachsenberger Straße 3 gefragt hatten, berichtet Freitag. Doch die Kapazitäten sind erschöpft. Nun stehen gegenüber etwa 4500 Quadratmeter zur Verfügung. Bevor im ehemaligen Scholze-Werk I jedoch Lager- und Büroräume vermietet werden können, muss das Gebäude saniert und neu aufgeteilt werden. (apa)

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