Burgwald

Schräge Show begeistert

- Burgwald (sik). Der Burgwalder „Zeit(t)raum“ wurde zum „Spaß(t)raum“, denn die vierköpfige Formation „Kapelle Petra" aus dem Ruhrgebiet bot Spielfreude und Einsatz vom Feinsten.

Dass „Kapelle Petra“ keine gewöhnliche Band ist, wird sofort klar. Denn wenn die vier Jungs aus Hamm auf der Bühne stehen, passiert etwas anderes. Unkonventionell, fast avantgardistisch präsentierten sie ihre Musik, die erst im Zusammenhang mit der witzigen Bühnenshow und den Verkleidungen ihre ganze Wirkung entfaltet. Das Gastspiel der „Kapelle Petra“ glich einem Theaterstück und das Publikum im gut gefüllten Zeitraum war am Samstagabend davon sofort begeistert. Wer aber denkt, die Musik sei bei „Kapelle Petra“ zweitrangig oder nebensächlich, der irrt. „Der Opa“ am Gesang und an der Gitarre, der „tägliche Siepe“ am Bass, Schlagzeuger „Ficken Schmidt“ und „die Gazelle“, die nur für die Bühnenshow zuständig ist, lieferten Musik auf hohem Niveau. Die Gitarrenriffs saßen, der Bass spielte pointiert und knackig und die Drums fügten sich elegant ins Gesamtbild. Über alledem stand der Gesang, der bei „Kapelle Petra“ eine gesonderte Stellung einnimmt. Schließlich transportiert er die deutschen Songtexte, die kleine Geschichten erzählen, alltägliche Beobachtungen schildern und charmant Themen von Liebe bis hin zu Gesellschaftskritik anreißen. „Kapelle Petra“ schaffte den Spagat zwischen Ernsthaftigkeit und Comedy. Die Band musikalisch einzuordnen fällt schwer. Sie agiert zwischen Rock, Pop, Punk und Alternative, aber immer gewürzt mit einer Note Spaß. Lieder wie „Gewitter“, bei dem zu Beginn ein Telefongespräch per Sample eingestreut wurde, oder „Mein Freund der Baum“, bei dem sich Gazelle als Baum verkleidet im Wind wiegte, kamen im Publikum super an. Den ganzen Abend über stand die Band mit dem Publikum im Dialog und forderte zum Mitsingen und Mitmachen auf. Diese gaben mit Gesang und Polonaise ihr Bestes und rundeten den Auftritt ab.

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