Feuerwehr-Übung in Battenfeld

Schreie, Blut und zufriedene Gesichter

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Allendorf-Battenfeld - In der Hitze der vergangenen Tage haben am Mittwochabend Helfer des Roten Kreuzes und der Feuerwehren einen großen Unfall simuliert - mit positiven Erkenntnissen auf beiden Seiten.

Manch Läufer oder Radfahrer bleibt am Mittwoch verdutzt stehen, schaut sich das Schauspiel an: Verletzte schreien, verschwitzte Helfer des Roten Kreuzes bellen Kommandos durch die schwüle Abendluft, Feuerwehrmänner laufen zwischen Gerätewagen und zwei schrottreifen Unfallfahrzeugen hin und her. Ein Unfall? Auf dem Weg zwischen den Battenfelder Markthallen und dem ehemaligen Johannsen-Gelände? Mit Autos und einem Motorrad - auf dem Radweg? Nein, eine Übung - möglicherweise nicht vom Unfallort, wohl aber von der Situation eine sehr realistische Übung.

Die Situation: Ein Wagen fährt auf einer Landstraße, hinter ihm ein Motorrad, dessen Fahrer drängelt. Der Mann, der den Wagen lenkt, ist ein Diabetiker, der wenig auf seine Ernährung achtet - gerade als ihm ein anderes Auto entgegenkommt, verliert er das Bewusstsein. Er zieht auf die gegenüberliegende Straßenseite, die Autos stoßen zusammen. Das Motorrad prallt gegen einen der Wagen und fällt mitsamt Fahrer in einen Straßengraben. Insgesamt gibt es acht Verletzte - sie werden von der neu formierten Frankenberger Mimen-Gruppe und Mitgliedern der Ernsthäuser Feuerwehr gespielt.

Für die „Rettung“ sind nicht nur die Feuerwehren aus Battenfeld, Rennertehausen und Allendorf zuständig, sondern insbesondere die Mitglieder des zweiten Sanitätszugs des Landkreises, der - personell geschwächt wegen des Hochwassereinsatzes in Ostdeutschland - aus Mitgliedern der Bereitschaften aus Allendorf, Dodenau und Frankenberg besteht.

Dennoch sind die Brandschützer als Erste am Einsatzort. „Das war für unsere Leute erst einmal ungewohnt - aber sie haben die Situation richtig begriffen und die Verletzten behandelt“, sagt Horst Huhn. Der Gemeindebrandinspektor war selbst nicht an der Übung beteiligt, war aber als Beobachter zugegen. Die 26 Brandschützer seien ein sehr junges Team gewesen - er habe ihnen die Möglichkeit zum Üben geben wollen.

von Malte Glotz

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