Schreufaer Studentin startet Hilfsaktion für Opfer von Boko Haram

Die erste Mahlzeit nach der Flucht: Diese Kindern, die vor Boko Haram aus dem Norden Nigerias geflohen sind, erhalten im Waisenheim in Benin-City Kleidung und etwas zu essen. Sie haben schlimme Strapazen und Erlebnisse hinter sich. Fotos: Theresa Küster/nh 

Schreufa/Nigeria. Die 23-jährige Studentin Theresa Küster aus Schreufa hat in Süd-Nigeria das Schicksal von Kindern kennengelernt, die die Flucht vor Boko Haram überlebt haben.

Sie haben mit angesehen, wie Boko Haram ihre Hütten anzündete und ihre Eltern tötete. Sie haben eine wochenlange Flucht vor den islamistischen Terroristen hinter sich - stets in Todesangst. Wenn die Kinder aus dem Norden Nigerias im Waisenhaus von Pastor Solomon Folorunsho ankommen, sind sie total erschöpft - körperlich und psychisch. Was wir in den Fernsehen-Nachrichten sehen, das hat die 23-jährige Theresa Küster aus Schreufa mit eigenen Augen erlebt.

Die Informatik-Studentin war für zweieinhalb Wochen Gast in dem Waisenhaus am Stadtrand von Benin-City im Süden des westafrikanischen Landes. Dort ist eine Freundin als Missionarin tätig.

Übernachten im Freien: Theresa Küster aus Schreufa mit einem vor Boko Haram geflohenen Mädchen. Flüchtlinge müssen draußen auf dem Boden schlafen. Es fehlt an Unterkünften.

„Hör’ dir an, was die Kinder erlebt haben, mach’ Fotos und berichte in Deutschland, wie es uns hier geht“, haben die Verantwortlichen der christlichen Einrichtung die junge Frau gebeten. Und das tut Theresa Küster. Sie referiert in Kirchengemeinden und schildert der HNA von der Not der Kinder - und dass das Waisenhaus dringend Unterstützung braucht.

„Es war berührend, dass die Kinder trotz großer Not alles teilen und mit welchem Engagement die Mitarbeiter arbeiten“, sagt die 23-Jährige.

Die Einrichtung am Stadtrand verfügt zwar über ein 30 Hektar großes Grundstück mit Häusern und Schulen. Doch die platzen aus allen Nähten: In den vergangenen Jahren haben dort 800 Kinder aus dem Norden Zuflucht gefunden, so dass dort jetzt 1300 Kinder leben. Und tausende Kinder sind noch auf der Flucht.

„Die Heimleitung weiß kaum, wie sie sie alle ernähren soll. Viele Kinder müssen im Freien schlafen. Jetzt ist Regenzeit, die Temperaturen sinken unter zehn Grad. Viele sind erkältet“, schildert die 23-Jährige die Zustände. „Jeden Tag kommen neue Kinder hinzu - von der Flucht völlig erschöpft. Manche haben vor Hunger unterwegs Sand gegessen und schlechtes Wasser getrunken und sind gestorben.“

Platzmangel: Die Kinder im Waisenheim in Benin-City im Süden Nigerias verfolgen den Unterricht sogar von draußen. Links die in Bau befindliche neue Schule, für die noch Geld fehlt.

Einige haben der jungen Frau von ihren schlimmen Erlebnissen erzählt. Andere sprechen überhaupt nicht - so groß ist das erlebte Trauma.

Die Studentin plant, Container mit Kleidung, Medikamenten und Lebensmittel ins Waisenhaus zu senden und bittet dafür um Spenden. Auch Mountain-Bikes, Gelände-Motorräder oder ein Geländewagen wären hilfreich.

Kontakt: Geldspenden erbeten auf das Privatkonto von Theresa Küster, IBAN DE 835 206 951 902 005 07 652, BIC GENODEF1FBK.

Weitere Informationen zur Lage in Nigeria und zu Spendenmöglichkeiten: www.iccfmissions.org/

Kontakt: Theresa.Kuester@rwth-aachen.de, Tel 0177/6055483.

Mehr über Theresa Küster, das Schicksal der Boko-Haram-Opfer und die Spendenaktion lesen Sie in der gedruckten Dienstagausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine

Quelle: HNA

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