Edertalschüler besuchen die Lesung von Stephan Thome während des Literarischen Frühlings

Schüler interessieren sich für Romane und Thome

Frankenberg - Die Lesung des Biedenkopfer Autors Stephan Thome war eine der Veranstaltungen des Literarischen Frühlings und beeindruckte unter anderem auch Edertalschüler. Pia Westmeier schildert ihre Eindrücke.

Am 20. März trafen einige Deutschleistungs- und Orientierungskurse der Edertalschule im Hotel Sonne in Frankenberg ein, um einer Lesung des aus Biedenkopf stammenden Buchautoren Stephan Thome zuzuhören. Dafür hatte das Hotel Sonne einen Raum zur Verfügung gestellt. Um eine kleine, mittig an der Wand stehenden Bühne standen zwei bequem wirkende Stühle für Christiane Kohl, welche die Funktion der Moderation an diesem Vormittag übernahm, und für Stephan Thome.

Nachdem alle Schüler einen Platz gefunden hatten, begann die Lesung mit einer Begrüßung durch Christiane Kohl. Nach dieser Begrüßung begann Stephan Thome eine Stelle aus seinem Roman Grenzgang vorzulesen. Die Besucher der Lesung verfolgten Thomes Lesung gespannt, was neben der Handlung des Romans wohl auch Stephan Thomes sympathischer Art zuzuschreiben war. Nachdem er diese, etwa zehn Minuten eingenommene Stelle seines Romans vorgelesen hatte, stellte er sich den ersten von Christiane Kohl gestellten Fragen. Diese Fragen drehten sich nicht nur um seinen Roman Grenzgang, sondern auch um seinen Werdegang zum Buchautoren, wofür sich die Schüler besonders interessierten. So erzählte Thome zum Beispiel, dass er nach seinem abgeschlossenen Abitur Philosophie, Religionswissenschaft und Sinologie an der Freien Universität in Berlin studierte.

Während seines Studiums zogen ihn Studien unter anderem nach Taiwan. Dort, so erzählte er, dachte er, dass er durch das fremde Land und viele neue Eindrücke eine Inspiration zum Schreiben bekommen würde. So entstanden während seines Studiums drei bis heute unveröffentlichte Bücher. Diese Bücher, so Thome, hatte er zwar zu dieser Zeit versucht zu veröffentlichen, jedoch fehlte das Interesse der Verlage, denen er diese Bücher zugesendet hatte. Nachdem er seinen Roman Grenzgang geschrieben hatte, versuchte ein Bekannter Thomes das Skript einem Verlag nahe zu bringen, was nach mehreren Anläufen tatsächlich der Fall war.

So erlebte Thome nach wiederholten Absagen verschiedener Verlage sein erstes riesiges Erfolgserlebnis. „Damit ging ein Traum in Erfüllung“, sagte Thome den Schülern gegenüber. Auch beantwortete er die Frage, ob er in seinem, in seiner Heimat Biedenkopf spielendem Roman Grenzgang, Eigenschaften ihm bekannter Personen mit eingebracht hatte. Und tatsächlich: Der in seiner fiktiven Handlung vorkommende Direktor einer Schule erhielt die Eigenschaften und das Aussehen des Direktors der Schule, welche Thome früher selbst besuchte. Da die Schüler nicht allzu viele Fragen stellten, las Thome noch einen Teil aus seinem Lieblingsbuch Der Fänger im Roggen, welches von J.D. Salinger geschrieben wurde, vor. Von diesem Buch sagte er, dass der Autor bei ihm erreicht hatte, seine Hauptfigur des aus der Schule ausgerissenen Holden Caulfield lebendig werden zu lassen. Unter anderem bewegte Thome diese Leistung des Autors, einen Menschen so sehr an ein Buch zu fesseln, dazu, mit dem Schreiben zu beginnen.

Nach weiteren Nachfragen der Schüler ließen sich einige, da sie Thomes Grenzgang im Deutschunterricht lesen, sein Werk von ihm persönlich signieren. Nach der Lesung konnte man überwiegend positive Rückmeldungen der Zuhörer wahrnehmen. Zum Beispiel wurde gesagt, dass man Thome noch Stunden hätte zuhören können, da seine angenehme Stimme und seine sympathische Art den Schülern gefiel.

Auch wenn Thomes Roman Grenzgang als Erfolg gilt und sogar verfilmt wird, bleibt Thome bodenständig, denn er sei sich seiner Herkunft bewusst und werde sich trotz des Erfolgs seines Romans nicht verändern lassen. Denn im Endeffekt macht Stephan Thome das, was ihm am meisten Freude bereitet. Man könnte sagen, er hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Stephan Thome schreibt Bücher und wird uns somit hoffentlich auch in Zukunft noch viel Freude am Lesen bereiten.

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