Frankenberger Arbeitskreis Schule-Wirtschaft diskutiert über Orientierungsbüros

Schüler „passgenau“ in Beruf bringen

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- Frankenberg (sg). Berufsorientierungsbüros können den Übergang von der Schule in die Ausbildung erleichtern.

„Normalerweise sind ja die Frankenberger die Vorreiter“, sagte die Geschäftsführerin des Arbeitskreises Schule-Wirtschaft, Frauke Syring. Aber was die nordrhein-westfälischen Nachbarn mit ihren Studien- und Berufsorientierungsbüros, kurz BOB, leisteten, ringe ihr Respekt ab, bilanzierte sie am Dienstagnachmittag nach einem mehr als zweistündigen „Jahresgespräch“ im Jugendhaus: „Da können wir von lernen.“

Und das sei nötig angesichts der Zahlen: Jeder fünfte Lehrling breche seine Ausbildung ab – und das bei einem Bedarf von rund 140 000 Facharbeitern bis 2015 allein in Hessen. Und schon jetzt fehlten bundesweit rund 50 000 Ingenieure. „Wir machen schon viel am Übergang von der Schule in die Wirtschaft“, sagte Syring. „Aber das ist nicht genug, wir müssen uns stärker vernetzen und koordinierter vorgehen.“ Deshalb zeigte sie sich hocherfreut über die rund 50 Teilnehmer am Gespräch – Lehrer und Schulleiter ebenso wie Ausbilder von Firmen im Frankenberger Land.

Schüler „passgenauer“ in ein Studium oder in eine Ausbildung zu führen, haben sich auch die Nordrhein-Westfalen vorgenommen. Der Regionaldirektor der Agentur für Arbeit, Frank Umberg, und Projektmanager Peter Mattern von der Stiftung „Partner für Schule“ stellten die Initiative „Zukunft fördern – vertiefte Berufsorientierung gestalten“ vor, die sich an alle allgemeinbildenden und weiterführenden Schulen richtet. Kernpunkt sind die Büros, die es bereits an 990 Schulen des Landes gebe, sagte Umberg. Das entspreche 36 Prozent. Hauptschulen seien zu 63 Prozent beteiligt, Gesamtschulen zu 50 Prozent, Gymnasien nur zu 22 Prozent. Seit 2008 hätten rund 500 000 Schüler Angebote der Büros wahrgenommen. Die Arbeitsagentur trägt 49 Prozent der Kosten, das Land bringt seinen Anteil größtenteils über Lehrerstunden auf. Aber auch Unternehmen beteiligen sich.

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