Birkenbringhausen

„Schütteglowes“ tanzt im Dorf

- Burgwald-Birkenbringhausen (mwi). Mit lautem Gebrüll, Peitschen- und Glockenklang zogen die Burschen am Silvesterabend durch das Burgwalddorf. Sie zeigten an, das Übel gebannt zu haben. Seit Jahrhunderten gibt es diesen Brauch.

Regelmäßig zum Jahreswechsel wird der „Schütteglowes“ durchs Dorf getrieben – ein in Stroh eingewickelter junger Mann. Das Wesen ist in Ketten gelegt und wird von „mutigen“ Bändigern begleitet, die mit Peitschen und Glocken ausgestattet sind.

Der heute etwas skurril wirkende Brauch hat jedoch einen etwas ernsteren Hintergrund. Früher war der Jahresabschluss auch ein Abschluss mit dem Alten und ein Ausblick auf das Kommende. Das neue Jahr wollten die Dorfbewohner in Ruhe und Frieden beginnen. Der „Schütteglowes“ steht für das Unheilbringende, und die jungen Burschen zeigen mit den Ketten und Peitschen, dass sie das Böse besiegt und gebannt haben. Die Glocke hilft ihnen, es auch allen Dorfbewohnern Kund zu tun.

Doch damit oftmals nicht genug. Bei vielen Häusern wird der „Schütte“ aufgefordert, zu tanzen – ein weiteres Merkmal dafür, dass der Bann des Bösen komplett gebrochen ist. Und auch wenn heute niemand mehr daran glaubt, dass die Dorfbewohner damit für ein ganzes Jahr vor allem Bösen gefeit sind, hat der Brauch den Stellenwert eines aufwändigen und gut gemeinten Neujahrsgrußes. Die Bewohner danken es den Burschen mit kleinen Spenden und oftmals auch einem wärmenden Getränk. Denn kalt wird es den jungen Männern oftmals bereits beim Wickeln des Strohmannes.

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