Frankenau

Schulbezirke sollen geändert werden

- Mehrheitlich haben die Stadtverordneten von Frankenau dafür plädiert, dem Entwurf des Schulentwicklungsplans zuzustimmen – mit der Maßgabe, die so genannten Schuleinzugsbereiche neu zu ordnen.

Frankenau. Damit soll erreicht werden, dass die Grundschule in Frankenau erhalten bleibt. Sie ist die einzige Schule in der Kommune. Zum Hintergrund: Der Landkreis Waldeck-Frankenberg als Schulträger ist dazu verpflichtet, Schulentwicklungspläne aufzustellen. Sie sollen den aktuellen Stand der Bildungsangebote widerspiegeln, außerdem eine mittelfristige Planung und langfristige Ziele aufzeigen, in dem alle wichtigen Faktoren berücksichtigt werden. 2005 hat der Landkreis zuletzt einen Schulentwicklungsplan für Grundschulen bis Gymnasien beschlossen – am nächsten Plan wird gerade gearbeitet. Mit Blick auf Grundschulen soll Ziel sein, die Schulbezirksgrenzen so zu wählen, das in jeder Kommune mindestens ein Angebot aufrecht erhalten werden kann. Frankenau hat eine Grundschule in ihrer Kernstadt; insgesamt 83 Kinder besuchen derzeit in vier Jahrgangsstufen jeweils eine Klasse (Einzügigkeit). Aufgrund sinkender Kinderzahlen wird davon ausgegangen, dass ab dem Schuljahr 2012/13 ein jahrgangsübergreifender Unterricht eingeführt werden muss. Das Einzugsgebiet der Kellerwaldschule reicht von Frankenau über Ellershausen, Allendorf/Hardtberg bis Dainrode. Vor dem Hintergrund diskutierten die Frankenauer Stadtverordneten am Mittwochabend im Dorfgemeinschaftshaus von Louisendorf in übersichtlicher Runde über die Zukunft der Kellerwaldschule: Im Entwurf des vorliegenden Schulentwicklungsplans wird der Schulstandort noch nicht in Frage gestellt, doch die Kommune muss einen Weg finden, wie sie die Schule langfristig erhalten kann. Relevant dafür ist die Überlegung, die Schulbezirksgrenzen zu ändern: Dahinter steckt der Gedanke, dass Kinder, die im Stadtgebiet leben, auch dort die Schule besuchen sollten. Würde die Schulbezirksgrenze geändert, hätte das Auswirkungen auf die Kinder aus Altenlotheim, die derzeit nach Herzhausen zur Schule gehen, und Kinder aus Louisendorf, die der Schule in Geismar zugeordnet sind. Für eine Änderung des Einzugsgebietes würde sprechen, dass der größte Teil der Kinder aus Altenlotheim, die die Ederseeschule in Herzhausen besuchen, nach der Grundschule ohnehin auf Schulen in Frankenberg wechseln würden. Außerdem würden sämtliche Kinder aus dem Stadtgebiet den Kindergarten in Frankenau besuchen, war von Magistrat und Ausschüssen formuliert worden. Würden die Kinder später weiter gemeinsam zur Schule gehen, könnten die vorhandenen sozialen Kontakte vertieft und gefördert werden. Außerdem gebe es bereits eine enge Zusammenarbeit zwischen Kinderhort und Kellerwaldschule.Als wünschenswert erachten Bürgermeister Dr. Reinhard Kubat, Magistrat und Stadtverordneten, auch die Löhlbacher Schüler (Gemeinde Haina) einzubeziehen. Unter anderem Katja Ruhwedel (SPD) und Gerd Ruhwedel (CDU) sprachen sich für die angestrebte Lösung aus, die Schulbezirksgrenzen zu ändern, um jahrgangsbezogenen Unterricht in der Kellerwaldschule weiter garantieren zu können. Harald Koch (SPD) machte jedoch darauf aufmerksam, Eltern aus Altenlotheim hätten eindeutig den Wunsch geäußert, dass ihre Kinder weiterhin die Ederseeschule in Herzhausen besuchen könnten. Hilmar Werner (SPD) sagte, es sei das Gesamtwohl der Stadt über das Einzelwohl zu stellen zugunsten der Infrastruktur. Mit elf Ja-Stimmen gegen zwei Nein-Stimmen fiel die Entscheidung für die Neuordnung der Schulgrenze. (md)

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