Ehemaliger Rektor der Burgwaldschule starb im Alter von 94 Jahren

Schule war ihm Herzensangelegenheit

Frankenberg - Am 2. Januar des neuen Jahres, wenige Tage nach seinem 94. Geburtstag, ist Rektor i. R. Ernst Ebel nach einem erfüllten Leben gestorben.

Der gebürtige Battenberger galt als engagierter Lehrer, Schulleiter und leidenschaftlicher Kommunalpolitiker. 1984 wurde ihm für sein ehrenamtliches Engagement das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.

An den Hochschulen Weilburg und Dortmund studierte er vier Semester Pädagogik und Lehramt. Es folgten die Kriegsjahre. Als Oberleutnant geriet er in französische Kriegsgefangenschaft. Sein Berufsleben begann am 1. April 1947 in Laisa, und zwar als einziger Lehrer einer einklassigen Volksschule mit acht Schuljahrgängen.

Im Mai 1955 wurde er „Hauptlehrer“ an der vierklassigen Volksschule Bottendorf. Ab April 1960 war er Konrektor der ehemaligen Frankenberg Stadtschule - heute Ortenbergschule - und wurde dann ab 1961 Konrektor und schließlich Rektor an der neuen Burgwaldschule, damals eine der größten selbstständigen Realschulen Nordhessens mit rund 1200 Schülerinnen und Schülern. 1981 trat der „durchsetzungskräftige Chef“ in den Ruhestand.

Neben der Lehrer- und Rektorentätigkeit war Ebel von 1951 bis 1975 Kreisfachberater für Leibeserziehung und Mitarbeiter der Lehrerausbildung. Seit 1964 wirkte er als Mitglied des wissenschaftlichen Prüfungsamts an der Universität Gießen mit. Und von 1962 bis 1975 war er auf Kreis- und Großkreisebene Vertreter des Schulrats.

Auch im Vereinsleben war Ernst Ebel engagiert: 1947 bis 1955 war er Chorleiter des MGV Laisa und 1955 bis 1975 Chorleiter des MGV Bottendorf. Ferner war er Vize-Vorsitzender des Sängerkreises „Oberes Edertal“. Von 1948 bis 1962 fungierte er als Kreisjugendfußballwart und Mitglied des Kreisfußballausschusses sowie als Vorsitzender des Sportvereins Bottendorf.

Im Jahr 1966 trat Ebel in die CDU ein und engagierte sich als Kreistagsabgeordneter und CDU-Fraktionschef. Von 1974 bis 1985 war Ebel Vorstandsmitglied des CDU-Kreisverbands, Mitglied des Finanzausschusses und zahlreicher CDU-Arbeitskreise sowie Kreistagsvorsitzender, Vorstandsmitglied im CDU-Stadtverband Frankenberg und Anfang der 1980er Jahre CDU-Stadtverordneter.

Im Frankenberger Stadtparlament lieferten sich der „Volksschullehrer“ Ernst Ebel regelmäßige packende Rededuelle mit dem „Studienrat“ Wolfgang Rohdich, Chef der SPD-Fraktion. Es wurde auf hohem Niveau scharmützelt - und auch ein Schuss Realsatire war dabei.

Weiteres Betätigungsfeld war der Landeswohlfahrtsverband. Ebel war darüber hinaus Mitglied der Verbandsversammlung und Patientenfürsprecher im Psychiatrischen Krankenhaus Haina (Kloster). Später übernahm er Verantwortung in der Frankenberger Senioren-Union. Die letzten Jahre seines Lebens, nach dem Tod seiner Frau Marianne, waren gekennzeichnet durch schwere Krankheiten und Klinikaufenthalte. Im DRK-Altenheim seiner Heimatstadt Battenberg verbrachte er einen geruhsamen Lebensabend.

Um Ernst Ebel trauern Sohn Wolfgang, der Professor an der Universität Bochum ist, mit Ehefrau Marianne, sowie zahlreiche Verwandte, Freunde und Wegbegleiter in Stadt und Land.

Von Horst Giebel

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