Frankenberg

Schulen setzen „Bürgerarbeiter“ ein

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- Frankenberg (jos). Patricia Dienwiebel und Nicole Stachowitz sind zwei von künftig bis zu 36 „Bürgerarbeitern“, die der Landkreis an den Waldeck-Frankenberger Schulen einsetzt. Die beiden Damen sind genau wie Landrat Kubat und der Chef des Jobcenters von dem Projekt überzeugt. Es gibt aber auch kritische Stimmen.

Die Schullandschaft habe sich verändert, erläuterte Landrat Reinhard Kubat gestern bei der Vorstellung des Projekts „Bürgerarbeit“ an den Waldeck-Frankenberger Schulen. Während früher mit dem Gong um 13 Uhr die Schule „aus“ gewesen sei, habe sich mittlerweile sehr viel auf den Nachmittag verlagert. „Zusätzliche Betreuung ist dann nötig. Das ist mit dem vorhandenen Lehrerpersonal aber nicht möglich“, betonte Kubat.

Deshalb habe der Landkreis für 36 Schulen „Bürgerarbeiter“ beantragt. 30 Plätze sind laut Auskunft des Jobcenters bewilligt, 21 Männer und Frauen sind bislang eingestellt worden. Was sich hinter dem Begriff „Bürgerarbeit“ verbirgt, erklärte Reinhold Lohmar, Geschäftsführer des Jobcenters Waldeck-Frankenberg. Er betonte mehrfach, dass die „Bürgerarbeit“ nur Mittel zum Zweck sei. Es gehe darum, Langzeitarbeitslose wieder in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren.

Die „Bürgerarbeitsplätze“ dürften nur dort geschaffen werden, wo sie keine regulären Arbeitsplätze vernichten. Der Vorteil für das Jobcenter: Das Projekt wird zu 100 Prozent von Bund und EU finanziert – insgesamt 1,3 Milliarden Euro sind vorgesehen für 34 000 Plätze bundesweit bei einer Laufzeit von drei Jahren.

„Wir sind sehr froh, dass wir Frau Stachowitz haben“, sagte­ Winfried Deichsel, Leiter der Edertalschule. An dem Frankenberger Gymnasium ist die „Bürgerarbeiterin“ in der neuen Mediathek tätig. „Ich bin hier sehr gut aufgenommen worden und fühle mich wohl“, berichtete Nicole Stachowitz, die seit dem 1. Juli an der Edertalschule tätig ist. Positive Erfahrungen hat auch Patricia Dienwiebel mit ihrem „Bürgerarbeitsplatz“ gesammelt. Dienwiebel ist seit Anfang August an der Friedrich-Trost-Schule tätig. „Die Arbeit macht mir sehr viel Spaß. Ich habe tolle Kollegen und hoffe, über das Projekt später eine feste Anstellung zu finden“, sagte die „Bürgerarbeiterin“.

Schulleiterin Birgit Blum-Stolle berichtete, dass die „Bürgerarbeiterin“ sich in der Hausaufgabenbetreuung und in der Schülerbücherei engagiere. Außerdem könne durch sie regelmäßig ein gesundes Frühstück in der Schule angeboten werden.

Deichsel ist zwar einerseits dankbar darüber, dass der Landkreis als Schulträger eine „Bürgerarbeiterin“ für das Gymnasium eingestellt hat. Der Oberstudiendirektor merkt aber kritisch an: „Im Grunde bräuchten wir für diese Aufgaben reguläre Stellen.“

Mehr lesen Sie in der FZ vom Donnerstag, 24. November.

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