Schulentwicklung: Plan scheitert im Ausschuss

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Volles Haus am Montag im Schulausschuss im Frankenberger Landratsamt: Während das Gremium tagte, haben dort 50 Eltern und Kinder Grundschulen in Rhena und Eppe gegen eine beabsichtigte Schließung der beiden Einrichtungen demonstriert. Auch einige Lehrkräfte schlossen sich dem stillen Protest im Sitzungssaal an.

Waldeck-Frankenberg. Der Schulentwicklungsplan ist am Montagnachmittag im Schulausschuss des Kreistages durchgefallen. Die Vertreter von SPD und Grünen stimmten für das Papier, Gegenstimmen kamen von CDU, FDP und FWG.

Damit ergab sich ein Patt von fünf zu fünf Stimmen – was bedeutet, dass der Ausschuss dem Kreistag die Ablehnung des fast 700 Seiten starken Papiers empfiehlt. Knackpunkt war die Diskussion um den Erhalt der Grundschulstandorte Rhena, Eppe und Freienhagen.

Rund 50 betroffene Eltern und Schüler verfolgten die Diskussion im Frankenberger Landratsamt, die sich vor allem um eine strittige Formulierung drehte, die in der Abstimmungsliste für den Ausschuss enthalten war. Dort hieß es, die Fortführung der drei genannten Standorte, jeweils als Verbundschule mit anderen Schulen, sei abhängig von den Schülerzahlen und dem Investitionsbedarf.

An letzterem Wort stieß sich die CDU: Dieser Bedarf sei noch nicht hinreichend geklärt worden, die bislang vorliegenden Informationen, etwa über die genauen Kosten für den Brandschutz, seien nicht ausreichend, sagte Claudia Ravensburg. Sie machte es zur Bedingung für die Zustimmung ihrer Fraktion, das Wort einfach aus der Vorlage zu streichen.

Für die drei genannten Schulen seien 2,5 Millionen Euro an Investitionskosten veranschlagt. Dies sei zu hoch gegriffen, wenn man dem zustimme, mache man die „Schule tot“, so Ravensburg. „Das machen wir nicht mit", ergänzte sie und bekam dafür Applaus von Eltern und Schülern.

Natürlich müsse man auf die Entwicklung der Schülerzahlen schauen, entgegnete Landrat Dr. Reinhard Kubat. „Aber es wäre doch vollkommen verantwortungslos, den Investitionsbedarf aus den Augen zu lassen.“

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Von Matthias Müller

Quelle: HNA

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