Norwegerin mit deutschen Wurzeln verabschiedet sich aus Frankenberg

Ein Schuljahr in der Heimat des Vaters

Frankenberg - Für ein Jahr war die 18-jährige Norwegerin Maike Lybaek Geldbach Gastschülerin in der zwölften Klasse der Edertalschule.

Geboren ist Maike in Durham in Großbritannien, wo ihre Eltern studierten. Ihre Mutter Lena Lybaek ist gebürtige Norwegerin und ist in der Kreisstadt Dramme an der Hochschule als Assistant Professor für die Magisterausbildung zuständig. Vater Jan Geldbach gebürtiger Marburger. Er unterrichtet als Berufsschullehrer Mathematik und Naturwissenschaften.

Seit 1998 lebt die Familie in Norwegen, zunächst im Norden des Landes und seit 2003 im Süden in der Stadt Hoenefoss, was auf Deutsch „Hühnerwasserfall“ heißt, erklärt Maike verschmitzt. Der Ort liegt nur 15 Autominuten von der Insel Utoya entfernt, die durch den Anschlag von Anders Breivik traurige Berühmtheit erlangte. Ein Freund von Maike hat damals den Anschlag überlebt.

In Hoenefoss geht sie auf eine weiterführende Schule, ähnlich dem Gymnasium. In Norwegen ist es üblich, auch ein Jahr an einer ausländischen Schule zu hospitieren. Da sie deutsche Wurzeln hat und ihre Tante Ingrid Geldbach in Frankenberg wohnt, gab es für Maike keine großen Überlegungen - sie ging an die hiesige Edertalschule. Weil sie seit ihrem achten Lebensjahr Posaune im Orchester spielt, war sie auch im Frankenberger Schulorchester eine gern gesehene Instrumentalistin.

Seit vergangenem August wohnte sie bei ihrer Tante in der Neustädter Straße. Mit ihr unternahm Maike während ihres Aufenthaltes viel und erkundete die Stadt und die Umgebung. Natürliche besuchte sie auich ihre Großeltern Erich-Hermann und Ursula Geldbach in Marburg. Er war früher Professor für Theologie und Kirchengeschichte, die Oma war Kreisärztin.

Weihnachten verbrachte Maike zu Hause bei ihren Eltern in Norwegen. Zu Beginn der Sommerferien sind diese zusammen mit ihrer zwölfjährigen Adoptivschwester Ane Marcela sowie einem Jungen, der als Pflegesohn bei der Familie wohnt, nach Dodenau gekommen. Dort steht das Haus von Maikes Ururgroßvater Jakob Geldbach, der dort früher Lehrer war. Bis vor Kurzem lebte dort auch noch ihre Urgroßtante Hilde. Vater Jan hat das Haus erworben und will es zum Ferienhaus umbauen.

Für Maike fängt nach den Sommerferien wieder die Schule wieder in Norwegen an. Rund zwei Tage dauert die Heimreise der Familie.

Maike will nach ihrem Abitur zunächst ein freiwilliges soziales Jahr absolvieren. Danach will die 18-Jährige im Gegensatz zu Ururgroßvater, Urgroßvater, Großvater und Vater nicht in das Lehramt einsteigen, sagt sie Maike schmunzelnd. Sie will Pharmazie studieren.

In der Ederstadt hat sie sich wohlgefühlt, sagt Maike. Das gilt insbesondere für ihre Zeit an der Edertalschule, wo sie von Lehrern und Mitschülern gut aufgenommen worden sei.

Ihr Dank gilt aber vor allem ihrer Tante Ingrid, bei der sie während ihres einjährigen Aufenthaltes eine zweite Heimat gefunden habe. Beim nächsten Besuch ihrer Eltern in Dodenau will sie gerne wieder mit­kommen.(hwc)

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