Hatzfeld

Schutzmasken sind gefragt

- Hatzfeld (da). Die Nachfrage nach Filtermedien aus Hatzfeld ist groß. Die Firma Hollingsworth & Vose erweitert deshalb die Produktion und expandiert.

Eine mehrere Millionen Euro teure Papiermaschine hat das Unternehmen erst vor wenigen Tagen in Betrieb genommen. Mit der neuen Halle hat der weltweit agierende Konzern eine weitere Investition in Millionenhöhe begonnen.

Europa-Direktor Joe G. Kaiser setzte am Dienstag gemeinsam mit Bürgermeister Uwe Ermisch, Bruno Schneider vom Bauunternehmen Schneider, den Planern Elke Hesselbach und Hans-Helmut Müller, Finanzdirektor Harald Heyer und dem technischen Leiter Marc Hüster den symbolischen ersten Spatenstich. Die Bagger waren allerdings schon am vergangenen Freitag angerollt. Ab Oktober soll in dem Neubau eine Maschine im so genannten Meltblown-Verfahren Filtermedien herstellen. Sie werden vor allem in Schutzmasken eingesetzt, die wegen der Schweinegrippe weltweit besonders gefragt sind. „Wegen der großen Nachfrage stehen wir unter Zeitdruck“, erläuterte Europa-Direktor Joe G. Kaiser. „Wir benötigen eine höhere Kapazität.“

Eine seit 1988 stehende und 2004 umgebaute Halle wird durch den Neubau um 18 Meter verlängert. Insgesamt entstünden zusätzliche 900 Quadratmeter an Produktionsfläche, sagte Ingenieur Hans-Helmut Müller, der gemeinsam mit Elke Hesselbach die Stahlkonstruktion geplant hat. Gebaut wird sie vom örtlichen Unternehmen Schneider.

Mehr als die Hälfte aller weltweiten Investitionen von Hollingsworth & Vose weltweit fließen in die Hatzfelder Fabrik: „Es ist das größte und komplexeste Werk im Konzern“, sagte Kaiser. Das Hatzfelder Unternehmen hieß von seiner Gründung bis 2001 „Binzer“, vor neun Jahren übernahm es der amerikanische Konzern mit Sitz im amerikanischen Bundesstaat Massachusetts. Mehr als 70 Prozent der Produkte aus Hatzfeld gehen ins Ausland. Durch die Investitionen sei der Standort „deutlich erweitert“ worden, betonte der Europa-Chef. Platz für weitere Expansionen sei vorhanden.Rund 300 Menschen sind in Hatzfeld beschäftigt, etwa zehn weitere Arbeitsplätze entstehen durch die Erweiterung. Der Betrieb sei voll ausgelastet und auch gut durch die Wirtschaftskrise gekommen, erklärte Joe G. Kaiser.

Sorgen bereitet allerdings die schlechte Verkehrsanbindung, sagte Personalleiter Reinhard Daume. Denn Rohstoffe kommen ausschließlich per Lastwagen nach Hatzfeld, ebenso verlassen die fertigen Produkte das Werk zunächst im „Brummi“. Durch die Erweiterung werde der Anteil am Schwerverkehr noch steigen.

Der Autobahn-Lückenschluss zwischen Kreuztal und Hattenbach sei das Idealziel, sagte Daume. Daran glaubt Hatzfelds SPD-Bürgermeister allerdings nicht: Wichtig sei der Ausbau der Bundesstraße 253 über die Sackpfeife und der Bau von Ortsumgehungen entlang der Bundesstraße 252, sagte Uwe Ermisch.

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