Rechtsextremismus im Landkreis

„Schwarze Sonne“ statt Hakenkreuz

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Über Symbole, die heutige Rechtsradikale an Stelle von Hakenkreuzen und Sig-Runen nutzen, informieren sich Besucher der Ausstellung „Gewalt geht nicht“ in der Frankenberger Rathausschirn.Fotos: Kutsch (2) / Archiv (2)

Frankenberg - Nicht jeder Rechtsextreme trägt Glatze und Springerstiefel. Mit welchen Symbolen sich Neonazis mittlerweile unauffällig zu erkennen geben und wie aktiv diese Gruppen im Landkreis sind, darüber informierte Helge von Horn am Montag in Frankenberg.

Mit einer Ausstellung und einem Vortrag machten die Jusos, die Jugendorganisation der SPD, den Rechtsextremismus am Montag in Frankenberg zum Thema. Mehr als 40 Besucher erfuhren durch Infotafeln und im Vortrag von Helge von Horn, mit welchen Symbolen sich Neonazis untereinander zu erkennen geben. Laut von Horn gebe es noch den typischen Skinhead mit Bomberjacke und Springerstiefeln. Das lasse aber nach. Viele Rechtsextreme ließen sich heute nicht mehr auf den ersten Blick erkennen. Vielmehr trügen sie Oberteile mit auf den ersten Blick unauffälligen Symbolen und Schriftzügen. Auch Glatze sei kein Muss mehr: „Da gibt es die ganze Palette, die der Friseur her gibt.“

Beliebt sei bei Neonazis die Marke „Thor Steinar“, sagte Horn, der für ein hessenweites Beratungsnetzwerk für Probleme mit Rechtsextremismus und für die Aktion „Gewalt geht nicht!“ im Schwalm-Eder-Kreis arbeitet. Die Marke sei mittlerweile im Bundestag und in vielen Fußballstadien verboten. Neben den eindeutigen und verbotenen Symbolen - etwa dem Hakenkreuz und der Sig-Rune - nutzen Rechtsextreme vor allem germanische Runen. Die sind nicht verboten, oft nicht als Nazi-Symbol bekannt und werden offen getragen - etwa die „schwarze Sonne“, die im Grunde aus zwölf Sig-Runen besteht.

Musik spiele bei den Rechtsextremen eine große Rolle, um junge Menschen zu erreichen: Gerade vor Wahlen verteilen sie laut Horn vor Schulen kostenlose CDs - mit Musik von rechtsextremen Bands. „Die Texte sind nicht eindeutig. Jeder weiß, was gemeint ist, aber es wird nie gesungen.“

Die Ausstellung ist noch bis Donnerstag in der Rathausschirn zu sehen.

(r)

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