Zweiter Teil

Vor 50 Jahren verunglückten fünf Frankenberger

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Bergung bei Tageslicht: Erst am Tag nach Himmelfahrt 1962 konnten Taucher der DLRG und der Wasserschutzpolizei das Unfallfahrzeug mit den fünf Todesopfern aus dem Edersee ziehen.

Frankenberg/Bottendorf. Für die Beamten der erst 1959 an der Marburger Straße neu bezogenen „Landespolizeistation Frankenberg“ war der Himmelfahrtstag 1962 mit acht Unfalltoten einer der schwärzesten Tage in ihrer Dienstzeit.

Am Mittag des 31. Mai waren vier junge Norweger an der Linner Mühle zwischen Rosenthal und Bottendorf mit ihrem Pkw gegen einen Baum gefahren.

Es gab noch keine Sicherheitsgurte - drei der norwegischen Studenten aus Marburg wurden dabei tödlich verletzt. Die Straße nach Rosenthal war zu dieser Zeit auch noch nicht ausgebaut, und das Fahrzeug der jungen Leute prallte gegen eine starke Fichte.

Ein Birkenkreuz, das der Willersdorfer Konrad Ernst angefertigt hatte, erinnerte noch Jahre danach an die drei Unfallopfer vom Himmelfahrtstag 1962.

„Den ganzen Tag über waren unsere Kollegen mit der Bearbeitung dieses schrecklichen Unfalls befasst und es war gerade ruhig geworden, als wir unsere Nachtschicht antraten“, erinnerte sich einer der Angehörigen dieser Dienstgruppe. „Gegen 22 Uhr abends kam dann der Unfallzeuge, vor dessen Augen der Kleintransporter mit den fünf Angehörigen der Familie Schulte in die Aseler Bucht gestürzt war, atemlos in unsere Polizeistation gestürmt und meldete das schreckliche Geschehen.“

Keine Spuren gefunden

Sofort seien sie zu zweit im Streifenwagen zur Hohen Fahrt gefahren, hätten aber im Licht der Suchscheinwerfer außer dem zerstörten Geländer zum Edersee hin keine Spuren von den Vermissten mehr finden können.

Der Augenzeuge hatte den Unfall an der äußerst engen Edersee-Randstraße zwischen der Jugendherberge Hoher Fahrt und Asel im nachfolgenden Fahrzeug miterlebt und vergeblich gehofft, dass noch Personen, deren Hilfeschreie er auch anfangs gehört hatte, sich aus dem im Wasser versinkenden VW-Kombi retten und auftauchen könnten.

Gesteuert wurde der Kleintransporter, wie sich bei der Bergung durch Taucher und Wasserschutzpolizei am nächsten Tag herausstellte, von Rudolf Schulte, einem routinierten Rettungsschwimmer, der sich und seine Angehörigen trotz seiner Erfahrungen aus dem stark beschädigten Unfallfahrzeug nicht mehr befreien konnte.

Schwere Aufgabe

Geleitet wurde der Einsatz von Polizeioberkommissar Walther Vogel und seinem Stellvertreter Riebel.

DLRG-Bezirksleiter Paul Braun hatte die schwere Aufgabe, seine Freunde, die später einmal an der von ihnen in vielen Freizeitstunden eingerichteten DLRG-Rettungsstation an der Hohen Fahrt Dienst tun wollten, aus dem See zu bergen.

Von Karl-Hermann Völker

Quelle: HNA

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