Gespann-Szene trifft sich zum 15. Mal in Reddighausen

Von Schweden ins Obere Edertal

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Familienausflug: Kathi, Moritz und Joe Jochum reisten mit ihrem „rustikalen“ Gespann aus Wuppertal an und schlugen auf dem Festivalgelände ihr Zelt auf. Fotos: Willi Arnold

Hatzfeld-Reddighausen - Insgesamt 1188 Gespanne nahmen am 27. Treffen teil. Die weiteste Anreise nach Reddighausen hatte ein Schwede, der 1440 Kilometer fuhr, um bei der größten Veranstaltung dieser Art seinem Hobby mit Gleichgesinnten zu frönen.

Der Wettergott hatte ein Einsehen mit den Veranstaltern und den Gästen beim 27. Euro-Gespann-Treffen 2015 (EGT) in Reddighausen. Waren die ersten Gespanne noch bei Regen angereist, erfreuten sich Fahrer, Mitfahrer und Besucher am Samstag an bestem Sommerwetter. Insgesamt 1188 Motorradgespanne und rund 2500 Menschen wurden beim „Familientreffen“ im Edertal gezählt.

Die Motorradfreunde Reddighausen waren bereits zum 15. Mal der Gastgeber von Europas größtem Gespann-Treffen, das von Manfred Götze, Herausgeber der Zeitschrift „Motorrad Gespanne“, ausgerichtet wird.

Auf dem rund fünf Hektar großen Gelände rund um die Festhalle war wieder eine kleine Zeltstadt entstanden, in der sich einzelne Fahrer, aber auch ganze Familien niederließen - darunter viele Stammgäste, die seit Jahren immer wieder nach Reddighausen kommen. Man kennt sich untereinander und kennt die Gespanne, ist aber auch neugierig darauf, was so alles „verschraubt wurde“ und was die Aussteller mit Neufahrzeugen und Zubehör anzubieten haben.

Szene trifft sich 2016 in Luxemburg

„Dieses Moto-Guzzi-Gespann habe ich vor 25 Jahren gekauft, aber original sind nur noch Motor, Tank und Rahmen, alles andere habe ich umgebaut“, erklärte Markus Höner aus Gütersloh. Ein „Großer“ der Gespann-Szene ist der 82 Jahre alte Horst Hartmann aus Ingelheim. „Ich habe 1961 als Erster in Deutschland wieder Gespanne gebaut.“ Sein Firmenlogo „HGT“ und seine „Dreamline“ sind Markenbegriffe in der Szene. Hartmann war auch am Wochenende mit einem selbst gebauten Gespann angereist, einer 1200er BMW mit 130 PS.

Bei der Abschlussveranstaltung am Samstagabend in der vollbesetzten Festhalle wurden die Gewinner der Innovationswettbewerbe mit Preisen ausgezeichnet.

Auch die Teilnehmer mit der weitesten Anreise erhielten Preise. Aus Deutschland war dies Wilfried Seefloh aus Guben, der 620 Kilometer bis nach Reddighausen fuhr. Bei Leif Stervesja aus dem schwedischen Upsala standen bei Ankunft im Hatzfelder Stadtteil sogar 1440 Kilometer auf dem Tacho.

Florian Bäumner, der Vorsitzende der Reddighäuser Motorradfreunde, zog ein positives Fazit und dankte vor allem den Reddighäusern sowie den rund 150 ehrenamtlichen Helfern für die Gastfreundschaft und die Unterstützung. „Der ganze Ort steht hinter dieser Veranstaltung, und wir sind stolz darauf, diese durchführen zu können.“

Eine Neuerung gab Manfred Götze als Ausrichter bekannt. Im nächsten Jahr soll das Euro-Gespann-Treffen in Luxemburg stattfinden. „Wir werden sicher auch wieder gerne Gast in Reddighausen sein“, versprach er und bezeichnete das Team um Bäumner als hervorragend.

Von Willi Arnold

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