Frankenberg

Schweinemastgegner machen mobil

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Demo gegen Schweinemast

- Frankenberg (gl). Etwa 200 interessierte Frankenberger Bürger informierten sich am Samstagmorgen über die Argumente und Ziele der Gegner der Schweinemastanlage bei Rodenbach.

„Wir sind ausdrücklich nicht gegen Landwirte und die Tierhaltung im traditionellen und konventionellen Sinne“ – die Gegner der geplanten Schweinemastanlage zwischen Frankenberg und Rodenbach können es gar nicht oft genug wiederholen. Harald Vogler, Sprecher der Interessengemeinschaft „Keine Tiermastanlage im Ortsrandgebiet der Familienstadt mit Zukunft“, ruft es ins Megafon, Rudi Herguth 
ebenso. Der Platz, an dem sie dies tun, ist wohl gewählt: Sie stehen am Samstagmorgen vor dem historischen Rathaus, in der Schirn findet in diesem Moment der wöchentliche Landfrauenmarkt statt. Für ihr Lob der traditionellen Landwirtschaft erhalten sie vom Publikum viel Applaus. Das Wetter ist gut, es sind knapp 200 Interessierte erschienen, viele halten selbst beschriebene Plakate gegen die Schweinemastanlage in die Luft.

Herguth erklärt, die Interessengemeinschaft wolle die Sorgen und Nöte all jener Bewohner vortragen, die sich, ihr Wohnumfeld und ihre Lebensqualität durch den Bau der Schweinemast gefährdet sehen. Die Bewohner Rodenbachs und Frankenbergs, insbesondere des Wohngebietes „Hinterscheide“, fühlten sich in ihrer Privatsphäre gestört, sagt er. Mit einem Abstand von 400 Metern und weniger läge der Schweinestall mit seinen Ausmaßen von 27 mal 60 Metern in unmittelbarer Nähe der Häuser und Gärten der Betroffenen. „Was wird aus unserem Freizeitwert?“, fragt Herguth auch mit Blick auf das etwa 1200 Kubikmeter fassende geplante Güllesilo. „Genau!“, antwortet ihm jemand aus dem Publikum. Nach Ansicht der Initiative, das hebt Herguth hervor, steht der geplante Bau im Widerspruch zum Naturschutz und einem geplanten Geopark im Steinbruch am Rodenbacher Kreisel. „Uns geht es um die Erhaltung von Luft-, Wasser-, Boden- und Freizeitqualität“, ruft er ins Megafon.

Während Herguth spricht, flattern die bereitliegenden Unterschriftenlisten im Wind. Ganze Familien tragen sich ein und drücken damit ihren Unmut gegenüber der Schweinemastanlage aus. Nach den Reden von Herguth und Vogler bilden sich kurzzeitig kleine Schlangen an den beiden Tapeziertischen, auf denen die Zettel bereitliegen. Auch an den Informationstafeln herrscht Gedränge: Die Initiatoren der Demonstration haben Zeitungsberichte der vergangenen Tage und Wochen zu dem Vorhaben zusammengetragen – auch kritische. An andere Tafeln haben sie technische Details von Schweinemastanlagen gepinnt, dazu Bilder leidender Mastschweine von der Internetseite einer Tierschutzorgani-
sation. Auch eine vergnüglich dreinschauendes Sparschwein steht für Spenden bereit, wird aber von den Demonstranten nur sporadisch genutzt.

Mehr lesen Sie in der Frankenberger Zeitung vom Montag, 7. März 2011.

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