Frankenberg

Schwerpunkte bilden, Profil schärfen

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- Frankenberg (jos). Mit Bildungsangeboten, die zur Region und zur Hans-Viessmann-Schule passen, will der neue Chef das Profil der Berufsschule mit den Standorten in Frankenberg und Bad Wildungen schärfen.

„Mein erster Eindruck ist sehr gut“, berichtet der 42-Jährige. Am 14. Februar war sein erster Arbeitstag als Chef der Hans-Viessmann-Schule. Gerade mal drei Tage vorher hatte der gebürtige Olsberger und Wahl-Frankenberger erfahren, dass er den Job bekommt. An seiner bisherigen Wirkungsstätte, dem Berufskolleg in Meschede, blieb dem gelernten Kaufmann und studierten Wirtschaftspädagogen entsprechend wenig Zeit, sich zu verabschieden. Insgesamt fast 13 Jahre lang war Placht an der Berufsschule in Meschede tätig, zuletzt als Abteilungsleiter des kaufmännischen Bereichs.

Von der frei gewordenen Schulleiter-Stelle in Frankenberg hatte Placht aus der Zeitung erfahren – denn bis zur Verabschiedung seines Vorgängers Christian Kesper Anfang vorigen Jahres war noch kein Nachfolger gefunden worden, auf die erste Ausschreibung der Stelle gab es keine Bewerbungen. Daraufhin hatte sich Placht die Schule angesehen und mit der kommissarischen Schulleitung Kontakt aufgenommen. Nach mehreren informellen Gesprächen an der Hans-Viessmann-Schule habe er sich dann um die Stelle beworben, berichtet Placht.

Warum die Neubesetzung durch das Schulamt erst so lange gedauert hat und dann so plötzlich vonstatten ging – das können oder wollen weder der neue Schulleiter noch sein Stellvertreter Matthias Bank erklären. Bank hatte die Leitung der Schule im vergangenen Jahr kommissarisch übernommen, allerdings von vorneherein erklärt, dass er nicht in die erste Reihe wechseln wolle. „Das kam für mich nie infrage“, sagt Bank.Der neue Schulleiter Placht stellt Bank jedenfalls ein brillantes Zeugnis aus: „Hier war kein Stillstand oder reines Verwalten angesagt, die Schule wurde im vergangenen Jahr vorangetrieben.“ Daran hätten alle Abteilungsleiter und das gesamte Kollegium ihren Anteil. Insgesamt 130 Lehrer unterrichten an den beiden Standorten Frankenberg und Bad Wildungen rund 2400 Schüler, wobei das Größenverhältnis zwischen den beiden Standorten etwa bei zwei Drittel für Frankenberg und einem Drittel für Wildungen liegt.

Neue Bildungsangebote seien geschaffen worden und das Qualitätsmanagement weiter verbessert worden, sagt Placht. „Ich springe gewissermaßen auf einen fahrenden Zug auf“, erklärt der neue Schulleiter, der sich als Teamplayer sieht. Von den Kollegen sei er sehr offen und freundlich aufgenommen worden, berichtet Placht, der seit 13 Jahren mit seiner Frau und der gemeinsamen Tochter in Frankenberg lebt. Für ihn ist der neue Job in der Ederstadt nicht nur ein Karrieresprung, er spart künftig auch die weite Anfahrt zur Arbeit. Als ein wesentliches Ziel für die Zukunft nennt der neue Schulleiter die Bildung von Schwerpunkten, die sein Vorgänger Christian Kesper bereits eingeleitet habe.

„Wir müssen weg vom Gemischtwaren-Image“, sagt Placht. In Bad Wildungen beispielsweise habe sich der Schwerpunkt Gesundheitsberufe und Hauswirtschaft herauskristallisiert. In Frankenberg seien es die Fachschulangebote und der gewerblich-technische Bereich. Lediglich die kaufmännischen Angebote gebe es noch an beiden Standorten, weil die Wirtschaft auf Ausbildungsangeboten in der Nähe poche. Auch auf diesem Gebiet gelte es allerdings das Profil der Schulstandorte zu schärfen, unterstreicht Placht. Als einen Akteur von vielen sieht Placht die Hans-Viessmann-Schule in der regionalen­ Bildungslandschaft – „wir müssen uns positionieren und abgrenzen mit Angeboten, die zu uns und zu der Region passen“, betont der Schulleiter. Dabei müsse die Schule „die Ohren ganz nah am dualen Partner“ haben, also die Angebote gemeinsam mit den Betrieben entwickeln.

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