Kreiskrankenhaus in Frankenberg

Schwesternwohnheim wird abgerissen

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In den 1960er Jahren wurde das Schwesternwohnheim am Kreiskrankenhaus in Frankenberg errichtet, bis Ende 2016 soll es nun abgerissen werden.Archivfoto: Adel

Frankenberg - Eine Sanierung wäre zu teuer, also wird das Personalwohnheim am Kreiskrankenhaus abgerissen. Wohnungen sollen aber im Neubau der Vitos-Klinik entstehen.

Für die bislang offene Zukunft zweier Gebäude des Frankenberger Kreiskrankenhauses gibt es mehr Klarheit. Das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) bei der Ledermühle soll bis Januar in renovierte Räume des Kreiskrankenhauses verlegt werden (siehe Seite 1). Die ehemalige Schönheitsklinik würde damit vorerst leerstehen.

Anders sieht es beim Schwesternwohnheim gegenüber der Kreisklinik aus. Der Abriss ist beschlossene Sache und soll bis Ende 2016 erfolgen. Das teilte der Aufsichtsrat des Krankenhauses nach einer Sitzung am Mittwochabend mit. Am bisherigen Standort des Wohnheims soll der Neubau der Vitos-Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie entstehen.

Für eine Sanierung des Hochhaustraktes, der in den 1960er Jahren gebaut worden ist, wären Investitionen von insgesamt rund drei Millionen Euro erforderlich. „Es ist wirtschaftlicher, das Personalwohnheim abzureißen, um in naher Zukunft auch die Option des Neubaus der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an dieser Stelle zu realisieren“, sagte der Geschäftsführer von Kreiskrankenhaus und Vitos Haina, Ralf Schulz. Im Gebäude der neuen Klinik sollen dann auch Wohnungen errichtet werden. Diese sind aber wohl nicht wie bisher auf dem freien Wohnungsmarkt verfügbar, sondern nur für das Personal vorgesehen.

Im Schwesternwohnheim gibt es 60 Wohnungen, diese sind derzeit alle belegt sind. Laut Ann-Kathrin Heimbuchner, Pressesprecherin des Kreiskrankenhauses, sei derzeit noch nicht klar, wie viele Wohnungen im Neubau der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie entstehen. Für die Krankenhausmitarbeiter würde sich für den Übergang um Ersatzlösungen gekümmert werden. Das gilt auch für den Frankenberger Hospizverein. Dieser hat sein Büro im Schwesternwohnheim. Sollte ein stationäres Hospiz im derzeitigen MVZ aufgebaut werden, würde der Hospizverein wohl dort einziehen.

Auch zur wirtschaftlichen Situation des Kreiskrankenhauses äußerte sich Ralf Schulz. Diese habe sich zum dritten Quartal leicht verbessert. Damit würden die Sanierungsansätze im Rahmen des Wirtschaftsplans 2014 erste Ergebnisse zeigen. „Die Zahlen lassen eine leichte Tendenz zur Verbesserung unserer finanziellen Situation erkennen“, berichtet der Geschäftsführer, „diese erklären sich durch eine Reduzierung der Kosten auf der Aufwandsseite.“ So werde das Defizit nach aktueller Hochrechnung zum Ende des Jahres rund 2,7 Millionen statt 2,8 Millionen Euro betragen. Erlösen von rund 32,1 Millionen würden Aufwendungen in Höhe von rund 34,8 Millionen Euro gegenüberstehen.

Diese Hochrechnungen zeigten, dass die Maßnahmen der vergangenen Monate greifen würden. Der Wirtschaftsplan sieht vor, das Jahresergebnis des Hauses durch straffere Personalplanung, mehr Transparenz beim Personalkosten-Controlling, eine effektivere Organisation der einzelnen Abteilungen und durch Bündelung der Dienstleistungen der Kreisklinik gemeinsam mit der Vitos Haina zu verbessern.

Nachdem Mitte November die Tarifgespräche der Klinik mit den Gewerkschaften kein Ergebnis brachten, soll der bereits eingeschlagene Sanierungs- und Konsolidierungsweg für die Klinik weiter fortgeführt werden. Im Rahmen der Aufsichtsratssitzung sind auch der Wirtschaftsplan für 2015 und die finanzielle Mittelfristplanung beschlossen worden. Im Vergleich zur bisherigen Mittelfristplanung soll sich das Ergebnis um weitere 150000 Euro verbessern. Diese Tendenz wird sich in der Mittelfristplanung bis 2019 fortsetzen, erklärte der Aufsichtsrat. Die Kreisklinik soll spätestens 2017 schwarze Zahlen schreiben.(r/tt)

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