Zwei Hainaer wegen Körperverletzung vor Gericht

Sechs Unbeteiligte geschlagen und gebissen

Haina (Kloster)/Marburg - Weil sie wahllos und ohne erkennbaren Anlass Menschen geschlagen, gebissen und gewürgt hatten, mussten sich gestern ein Mann und eine Frau aus der Großgemeinde Haina vor dem Marburger Jugendschöffengericht wegen Körperverletzung verantworten.

Richter Thomas Hohner verurteilte den 18-jährige Angeklagten zu 300 Arbeitsstunden. Zudem muss er sich zwei Jahre lang bewähren - sonst droht ihm ein Jugend-arrest von mehreren Monaten. Die 37 Jahre alte Frau muss eine Geldstrafe in Höhe von insgesamt 900 Euro zahlen. Die beiden hatten auf der Kirmes in Haina vor knapp einem Jahr sechs völlig unbeteiligte Menschen angegriffen. Was der Auslöser dafür war, konnten oder wollten die Angeklagten nicht erklären: „Eins kam zum anderen und dann ging das Ganze los“, sagte die 37-Jährige schulterzuckend. Ihr sei Schnaps „zum Verhängnis geworden“ - ihr Blutalkoholwert lag bei einem Promille.

Der 18-Jährige, der bereits zweimal einschlägig vorbestraft ist, hatte an dem Abend ebenfalls getrunken. Er hat aber laut einer Mitarbeiterin der Jugendgerichtshilfe seit Jahren ein großes Aggressionsproblem: Er könne von einer auf die andere Minute ohne Grund ausrasten.

Beide Angeklagte räumten die von der Staatsanwaltschaft erhobenen Vorwürfe ein. Die Opfer, die als Zeugen vor Gericht aussagten, bestätigten den Ablauf der Übergriffe. Die beiden Hainaer entschuldigten sich während der Verhandlung bei ihren Opfern.

Die Frau hatte zunächst eine andere Frau geschlagen. Einen 40-Jährigen, der sie davon abbringen wollte, würgte sie daraufhin. Einem 53-Jährigen schlug sie so stark auf den Mund, dass seine Lippe einige Tage lang geschwollen war.

Der 18-Jährige war ebenfalls auf drei unbeteiligte Menschen losgegangen. Am Schlimmsten traf es eine 18-Jährige: Er schlug ihr so hart gegen das Ohr, dass sie eineinhalb Wochen lang nichts hörte. Bis heute leide sie gelegentlich unter Ohrenrauschen und auch ein Hörverlust sei nicht ausgeschlossen. Außerdem biss der Angeklagte einen 20-Jährigen so fest in den Arm, dass es blutete. Zudem hielt er einem 17-Jährigen ein Taschenmesser an den Bauch - er habe es dabeigehabt, um jemandem Angst zu machen, erklärte er. Der Vorwurf der Bedrohung wurde fallengelassen, weil der Mann nicht ernsthaft mit Verletzungen gedroht hatte. (apa)

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