Zum Tode von Dr. Friedrich Krapf

Sein Leben lang gern Pädagoge gewesen

Frankenberg - Seinem Lebensabend hatte Dr. Friedrich Krapf, Oberstudiendirektor a. D., ein Zitat von Cicero zugrunde gelegt: „Vor nichts muss sich das Alter mehr hüten, als sich der Lässigkeit und Untätigkeit zu ergeben.“ Diesen Postulaten ist er, bis ihn seine Kräfte verließen, treu geblieben.

Am 10. August starb der geschätzte Pädagoge nach schwerer Krankheit im Alter von 91 Jahren. Hinter ihm liegt ein langes, erfülltes Leben. Die Stadt Frankenberg verliert mit ihm einen aufrechten Bürger, der sich ehrenamtlich zum Wohle der Stadt und ihrer Einwohner engagierte. Er sei sein Leben lang gern Pädagoge gewesen, sagte Dr. Krapf bei jeder sich bietenden Gelegenheit und zitierte dabei den Schriftsteller Guy de Maupassant: „Es ist der Umgang mit Menschen, der das Leben lebenswert macht.“

Von November 1969 bis August 1987 war er Chef der Edertalschule. Er unterrichtete Deutsch, Geschichte, Sozial- und Gemeinschaftskunde sowie evangelische Religion. In seine Zeit als Schulleiter fiel die Diskussion um die Rahmenrichtlinien; ein jahrelanger Streit in Sachen Bildungspolitik.

Während der zurückliegenden 44 Jahre ist ihm Frankenberg „zweite Heimat“ geworden. Friedrich Krapf wurde am 21. Februar 1923 in Bebra geboren. Bis 1942 besuchte er das humanistische Gymnasium in Bad Hersfeld und wurde unmittelbar nach dem Abitur zum Kriegsdienst verpflichtet; zuletzt als Leutnant. Nach kurzer britischer Gefangenschaft kehrte er im Juni 1945 in seine Heimat zurück. Anschließend war er bis 1946 Hilfsarbeiter im Brücken- und Straßenbau. Von 1946 bis 1952 absolvierte Krapf das Studium der Geschichte, Germanistik und Geographie in Würzburg und Marburg. Es folgte die Promotion zum Dr. phil. mit der Dissertation „Landgraf Philipp der Großmütige und die Religionskämpfe im Bistum Münster 1532 bis 1536“. Es folgten die Staatsexamina für das Lehramt an höheren Schulen.

Seinen ersten Schuldienst trat er 1953 an der August-Vilmar-Schule in Homberg/Efze an. 1966 wurde er zum Oberstudienrat befördert; drei Jahre später wurde er Schulleiter in Frankenberg. Er fungierte als stellvertretender Bezirksobmann der Gymnasien in Waldeck-Frankenberg und Fritzlar-Homberg bis zur Errichtung des Staatlichen Schulamts in Korbach.

In seiner Frankenberger Zeit, ab 1969, bekleidete Dr. Krapf über Jahrzehnte zahlreiche Ehrenämter: Er war Präses der Synode des Kirchenkreises, Mitglied der Landessynode und der Schulkommission des Landkreises, Vorsitzender des DRK-Kreisverbands. Er war Mitglied im CDU-Stadtverband sowie Gründungsmitglied des Lions Clubs Frankenberg und dessen Präsident 1973/1974.

Bis ins hohe Alter las und forschte er täglich in seiner Bibliothek; Bücher waren seine Leidenschaft. Die Erschwernisse des Alters trug er mit Fassung.

Dr. Friedrich Krapf hinterlässt Ehefrau Else, mit der er seit 64 Jahren verheiratet war. Um ihn trauern auch Sohn und Tochter sowie zwei Enkelkinder.

(Von Horst Giebel)

Für die Frankenberger Lions hat Dr. Friedrich Krapf über sein Leben gesprochen. Zum Video geht es hier.

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