Frankenau

Seit mehr als 20 Jahren um den Schutz der Frankenauer Landschaft bemüht

- Frankenau. Keine Frage: Die Landschaft um Frankenau ist schön und abwechslungsreich: Nationalpark, Lengeltal, große Felder und Wiesen, sogar Heideflächen. Doch die Landschaft mit ihrer Tier- und Pflanzenwelt ist nicht einfach schön, sonder vor allem wertvoll. Heute ist das kein Geheimnis mehr: Der Nationalpark stellt die internationale, der Naturpark die nationale Bedeutung der heimischen Landschaft heraus.

Achim Frede wusste schon 1988, dass Frankenau einen Sonderstatus hat, was die Natur betrifft. Er kartierte und analysierte damals für den Landkreis die Flächen vom Lengeltal bis zum Bergrücken zwischen Frankenau und Löhlbach. Dies war die Vorarbeit für ein Modellprojekt, das Landwirtschaft und Naturschutz vereinen sollte.

Dabei fand er Wiesen, die Pflanzen und Tiere beheimaten, die es sonst in Deutschland nur noch sehr selten gibt. „Aufgrund der Realerbteilung gibt es rund um Frankenau viele kleine Parzellen“, erklärt Achim Frede. Oft lohnte es sich nicht, sie zu bewirtschaften: Sie waren zu nass, zu klein, lagen an Hängen – und wurden deshalb sich selbst überlassen. Die Rassegeflügelzüchter zeigten schon zu Beginn des Modellprojektes Ende der 80er Jahre Interesse und schlugen einen Infoabend vor. Achim Frede informierte daraufhin über die Möglichkeiten, Naturschutz und Landwirtschaft unter einen Hut zu bringen – und schnell waren etwa 40 Landwirte bei der Sache und unterzeichneten Verträge.

Sie hatten erkannt, dass ihre Flächen ökologisch wertvoll waren, wenn auch nicht perfekt für Ackerbau und Getreideernte geeignet. Zehn Jahre lang lief das Projekt, insgesamt 400 000 Mark flossen nach Frankenau, um die Flächenbesitzer zu unterstützen und zum Beispiel eine düngerfreie Bewirtschaftung interessant zu machen. Dann folgte die Gründung des Naturparks, durch den erstmals auch eine Chance auf europäische Fördermittel bestand. Nach langen Kämpfen wurde 2004 dann auch der Nationalpark Kellerwald-Edersee ausgewiesen – er holt umweltbewusste Touristen in die Region.

Als drittes Standbein kommt nun das Naturschutzgroßprojekt des Bundesamtes für Naturschutz hinzu. Im Rahmen dieses Projektes werden mehrere Millionen Euro in die so genannten Suchräume im Kellerwald fließen – die Kulturlandschaft um Frankenau gehöret zum Projektraum. Die Bewilligung wird in den nächsten Tagen erwartet. Mit dem Naturschutzgroßprojekt können Konzepte weitergeführt und umgesetzt werden, die schon vor 20 Jahren begonnen haben, als Landwirte, Rassegeflügelzüchter und Achim Frede an einem Tisch saßen und Naturschutz und Landwirtschaft miteinander verbinden wollten. Achim Frede freut sich, dass es auch nach 20 Jahren noch weitergeht: „Wer eine Vision hat, braucht manchmal einen langen Atem.“ (apa)

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