Seltene Gelbbauch-Unke ist zurück in Waldeck-Frankenberg

Waldeck/Frankenberg. Die sehr seltene Gelbbauch-Unke ist wieder in Reddighausen angesiedelt worden. Die Amphibienart galt im Landkreis mehrere Jahrzehnte als ausgestorben.

Jetzt lebt der stark gefährdete Froschlurch auf einem besonders vorbereiteten Gelände in der Tongrube Reddighausen.

Die Unke ist eine der 40 Arten nationaler Verantwortlichkeit. Für deren Schutz setzt sich die Bundesrepublik besonders ein, da sie ausschließlich oder ein Großteil der Population in Deutschland vorkommen. Der Schutz dieser Arten hat einen hohen Stellenwert im allgemeinen Artenschutz. Es gibt bundesweite Förderprogramme zur Erhaltung und Renaturierung der artspezifischen Lebensräume, um langfristig überlebensfähige Populationen zu gewährleisten. „Der Landkreis nimmt diese Aufgabe ernst“, sagt der Erste Kreistagsbeigeordnete Jens Deutschendorf.

18 dieser Arten leben laut der letzten Erhebung 2014 im Landkreis. Die Gelbbauch-Unke ist - wenn sie sich etablieren kann - die 19. Art. Und die erste, die nach dem Erlöschen vor etwa 25 Jahren wieder angesiedelt wurde. Dass die Unken in den nächsten Jahren überleben, „dafür stehen die Zeichen auf Grün“, sagt der vom Landkreis beauftragte Experte Harald Nicolay.

Aber nicht nur die Unke soll in der alten Tongrube überleben, sondern auch andere seltene Pflanzen und Tiere. Das 2,2 Hektar große Gelände ist seit 2009 Eigentum der Stadt Hatzfeld. Seitdem wurde das Areal großflächig umgestaltet. Veranschlagt sind für das gesamte Projekt der Renaturierung 35 000 Euro. Die nächste Art nationaler Verantwortlichkeit, der der Landkreis besondere Aufmerksamkeit schenken will, steht bereits fest. Es ist das Breitblättrige Knabenkraut, eine heimische Orchideenart. Für das Projekt laufen bereits Kartierungsarbeiten und die Stadt Frankenberg hat eine Patenschaft übernommen.

Was Pferde, Bagger und scharfe Augen mit der Wiederansiedlung der Gelbbauch-Unke zu tun haben, lesen sie im gedruckten Teil der Zeitung.

Quelle: HNA

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