Vögel aus Nordfinnland und Nordrussland wurden jetzt in Frankenberg gesichtet

Seltene Seidenschwänze

Vogelart: Dieser Seidenschwanz wurde im Februar in einem Garten im Osten Frankenbergs fotografiert. Foto:  Kalden

Frankenberg/ Korbach. „Wir haben an Äpfeln in unserem Garten zwischen Weihnachten und Neujahr sieben Vögel beobachtet, die wir nach unserem Vogelbuch nicht bestimmen konnten. Was sind dies für Vögel?“, fragte ein Bewohner im Osten Frankenbergs einen benachbarten Vogelkundler.

Nach der genauen Beschreibung der unbekannten Wintergäste im Garten konnte der Experte die Vögel als Seidenschwänze bestimmen: seltene Wintergäste aus dem Norden.

Anfang Februar stellten sich diese Gäste dann auch bei dem Vogelkundler an eigens für die Seidenschwänze angepflanzten Schneeballsträuchern ein. Die Wildform des Schneeballs trägt zur Zeit reife, rote Beeren. Diese gehören neben Äpfeln zur bevorzugten Nahrung der schönen Seidenschwänze, obwohl sie sich in ihren europäischen Brutgebieten in Nordfinnland und Nordrussland im Sommer von Insekten ernähren und auch ihre Brut damit füttern.

Seidenschwänze werden von Ornithologen als Invasionsvögel bezeichnet, da sie nur alle zehn bis 20 Jahre einmal in großer Zahl nach Mitteleuropa ziehen, um dort zu überwintern. In den Jahren dazwischen sieht man bei uns entweder überhaupt keine Seidenschwänze oder nur vereinzelt. In diesem Winter sind die Seidenschwänze vereinzelt im Landkreis zu sehen. Da im Kreis Waldeck-Frankenberg viele Vogelbeobachter unterwegs sind, sind die Informationen über die Vogelwelt außergewöhnlich gut. So wurden für diesen Winter im Kreis acht Seidenschwanzbeobachtungen mit bis zu elf Vögeln beobachtet.

Wer die seltenen Seidenschwänze entdecken und einmal sehen will, sollte sie an Schneeballbüschen und Apfelbäumen suchen – aber auch auf die Spitzen hoher Bäume achten. Auffallend und unverwechselbar sind beim Seidenschwanz die Haube, die gelbe Schwanzspitze und die roten „Siegellackplättchen“ in den Flügeln. Der knapp starengroße Vogel ist überwiegend graubraun gefärbt. (zqa)

Quelle: HNA

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