Frankenberg

Im „Seven“ gehen bald die Lichter aus

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- Frankenberg (jos). „Ich geh‘ Seven“ – dieser sprachlich zwar nicht ganz korrekte, aber gerne zitierte Halbsatz bedeutet so viel wie: „Es wird spät, laut und wir werden viel tanzen.“ Weil ihn zuletzt immer weniger Feierwütige gesagt haben, gehen in der Frankenberger Diskothek Ende April die Lichter aus.

Normalerweise ist es ja genau andersherum: Wenn in einer Diskothek die Lichter angehen, dann ist die Party rum. Am 1. Mai soll das im „Seven“ zum letzten Mal geschehen – danach bleibt der Laden geschlossen und die Lichtanlage für immer ausgeschaltet. Der Grund dafür ist einfach: Die Gäste sind zuletzt ausgeblieben, die Disco „lief“ nicht mehr.

Dass in dem von außen nicht gerade schön anzusehenden Gebäude jemals wieder eine Diskothek eröffnen wird, ist mehr als unwahrscheinlich. „Wir müssen laut Pachtvertrag alles rausreißen“, sagt Disco-Betreiber Lothar Battefeld. Das bedeutet: Wenn die Battefelds draußen sind, bleibt eine große, hässliche Halle übrig. Die Inneneinrichtung ist zwar auch längst in die Jahre gekommen – doch irgendwie hat sie die unzähligen Partynächte überdauert und strahlt längst ihren ganz eigenen Charme aus.

Warum die Besucher zuletzt ausgeblieben sind? Dafür gibt es aus Sicht von Disco-Betreiber Lothar Battefeld mehrere Gründe. Den ersten sieht der Geismarer im demografischen Wandel: Die geburtenschwachen Jahrgänge seien jetzt im „ausgehfähigen“ Alter. Außerdem sei die Konkurrenz groß: Auch durch den Frankenberger Club „Bonkers“, den ebenfalls die Battefelds betreiben.

Ein anderes Problem für alle Diskotheken sei das Internet: Viele junge Leute würden die Nächte vor dem Computer statt in der Disco verbringen, meint Battefeld. Zum Ausgehen fehlten den jungen Leuten dann schlichtweg Zeit und Geld. Wenn es in den nächsten Wochen noch einmal gut läuft, wollen die Battefelds bis Ende April weiterhin jeden Freitag und Samstag öffnen. Im schlimmsten Fall soll das „Seven“ aber sogar schon früher geschlossen werden. „Wer die Thekenteile kaufen will, kann sich bei uns melden“, sagt Lothar Battefeld.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Freitag, 28. Januar.

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