Neues Schuljahr im Frankenberger Land

Sicher in die Schule - aber ohne Fahrrad

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Burgwald - Ernsthausen - Für viele Kinder im Landkreis steht in zehn Tagen der erste Schultag an. Eltern sollten die Woche vor der Einschulung nutzen, um mit den kleinen Abc-Schützen den Schulweg zu üben. Ferdinand Hagenbach von der Ortsverkehrswacht weiß, wie das ganz sicher funktioniert.

Die meisten Unfälle, in die Kinder verwickelt sind, passieren laut Ferdinand Hagenbach auf dem Schulweg oder am Nachmittag während der klassischen Spielzeiten. Insgesamt 20 629 Kinder wurden im Jahr 2010 bei Verkehrsunfällen verletzt – die meisten saßen im Auto oder auf dem Fahrrad, aber mehr als 7000 Kinder waren zu Fuß unterwegs, als sie in einen Unfall verwickelt wurden. Das seien bereits mehr als die Hälfte weniger verletzte Kinder als noch zehn Jahre zuvor. Die Verkehrswachten, die Polizei und die Kindergärten und Schulen engagieren sich stark in der Verkehrserziehung der Kinder – aber auch die Eltern müssen eingebunden sein und gerade vor dem Schulanfang mit ihrem Nachwuchs über das richtige Verhalten im Straßenverkehr sprechen. Wenn die kleinen Abc-Schützen in wenigen Tagen das erste Mal stolz alleine den Weg zur Schule gehen dürfen, dann sollten sie laut Hagenbach von den Eltern vorbereitet sein: „In den Kindergärten wird ja schon geübt, wie Kinder sich richtig verhalten“, sagt der Experte. Das sollten die Eltern vorm Schulbeginn vertiefen und mit ihren Kindern den Weg zur Schule üben – gemeinsam gehen, erklären, wo gefährliche Stellen sind, zusammen überlegen, wo das Kind am sichersten eine Straße überquert. „Dann sollten Eltern und Kinder Rollen tauschen“, gibt Hagenbach einen Tipp. Die Eltern sollen sich von ihrem Nachwuchs zur Schule führen lassen – das klappe meist sehr gut: „Die Kinder sind stolz, wenn sie das alleine schaffen.“ Und wenn sie beim ersten Mal noch unsicher sind, dann sollen Eltern eben den Weg einige Male mit ihnen üben.

Mit dem Fahrrad sollten Erstklässler laut Ferdinand Hagenbach gar nicht zur Schule fahren: „Das ist purer Leichtsinn.“ Viele Schulen und Elternbeiräte würden dies vor der Fahrradprüfung sogar verbieten. „Kinder haben bis zum achten Lebensjahr ein eingeschränktes Blickfeld“, erklärt der Verkehrswächter. Dazu kommen motorische Schwächen – etwa das Rad gerade zu halten, wenn sie abgelenkt werden. Gerade für junge Radfahrer gebe es auf dem Weg zur Schule viele Gefahrenquellen: Einfahrten, Mülltonnen und Hunde etwa – „plötzliche Ereignisse, mit denen Kinder erst den Umgang lernen müssen.“ Zu den Grundlagen gehöre es natürlich, dass Kinder lernen, vor dem Überqueren der Straße immer erst stehen zu bleiben und sich auf die Fahrbahnen zu konzentrieren. Selbst an grünen Ampeln und Zebrastreifen sollen Kinder warten, bis die Autos stehen bleiben. „Gibt es eine Verkehrsinsel, dann sollte die genutzt werden“, sagt Ferdinand Hagenbach. So könne die Straße etappenweise überquert werden. „Am besten ist es, wenn Kinder zu zweit oder in Gruppen zur Schule gehen.Hagenbach betonte, dass es vor allem die Eltern seien, die für viel Verkehr vor den Schulen sorgten. „Immer mehr fahren ihre Kinder“ – wenn es denn sein müsse, dann sollten die darauf achten, ihren Nachwuchs am Bürgersteig aussteigen zu lassen und auf der Seite der Schule, damit die Straße nicht mehr überquert werden muss.

von Patricia Kutsch

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