Hessen übernimmt Kosten für weitere Renaturierungs-Projekte im Oberen Edertal

Silbersee erstrahlt in neuem Glanz

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Seit Anfang Februar wurden Silbersee und in Teilen auch Linspher- und Bembach renaturiert. Weitere Arbeiten sollen im gesamten Oberen Edertal folgen.Foto: Tobias Treude

Bromskirchen - Bromskirchen. Die Renaturierungsarbeiten am Silbersee in Bromskirchen sind so gut wie abgeschlossen - doch in den vier Gemeinden des Oberen Edertals stehen schon neue Aufgaben an Gewässern an. Das Land Hessen übernimmt die Kosten für die Projekte komplett.

Für rund 731000 Euro sollen Gewässer in Bromskirchen und Allendorf (Eder) renaturiert werden, auch in Hatzfeld und Battenberg stehen solche Projekte an. Ziel ist die Einhaltung der EU-Wasserrahmenrichtlinie. Das Besondere: Sämtliche Kosten übernimmt das Land Hessen, wenn die Projekte zeitnah umgesetzt werden. Das erklärte Bromskirchens Bürgermeister Karl-Friedrich Frese den Mitgliedern des Bauausschusses bei einer Begehung des gerade erst renaturierten Silbersees.

Die vier Kommunen im Oberen Edertal zählen damit zu einem von drei unterstützten Pilotprojekten in Hessen. Die finanziellen Mittel sollen im Haushalt für 2015 eingeplant werden und würden dann vom Land übernommen.

„Obwohl die Gewässer bereits als naturnah angesehen werden, sind die Kosten keine Kleinigkeit“, sagte Frese. In Bromskirchen geht es nur um den Linspherbach, der im Bereich des Silbersees bereits renaturiert worden ist. Vor allem sollen Herkulesstauden entfernt und Wanderhindernisse für Fische zurückgebaut werden, um Bachforellen oder Bachneunaugen den Aufstieg zu erleichtern.

Zusätzlich ist der Erwerb von bis zu zehn Meter breiten Uferrandstreifen vorgesehen. In einem Fall würde das allerdings die landwirtschaftliche Nutzung auf einer Fläche beeinträchtigen oder verhindern. Dort soll nach einer anderen Lösung gesucht werden, denkbar sind auch Ersatzflächen für den Besitzer. Auch das würde vom Land bezahlt. In Allendorf soll neben dem Linspherbach auch der Elbrighäuserbach renaturiert werden.

Weitestgehend abgeschlossen sind in Bromskirchen die Anfang Februar aufgenommenen Renaturierungs-Arbeiten am Silbersee. Planer Axel Sobirey von der Gesellschaft für Wasserwirtschaft, Gewässerökologie und Umweltplanung (WAGU) stellte den Mitgliedern des Bauausschusses und Interessierten das Ergebnis vor. Mit der bei den Arbeiten ausgehobenen Erde wurden im See Flachwasserbereiche geschaffen. Ein Erdhaufen liegt derzeit noch am Uferrand, da ein Bagger beinahe im Schlamm versunken wäre. Sobald die Bedingungen es zulassen, soll auch der letzte Rest der Erde in den Silbersee gegeben werden.

Außerdem wurde der Bembach im Bereich der Oberlinspher Mühle in großen Teilen von Rohren befreit und Wanderhindernisse im Linspherbach entfernt. Überlaufscharten haben den defekten Mönch ersetzt, der für den Ablauf des Sees zuständig war. Da er nicht mehr richtig funktionierte, ist teilweise mehr Wasser aus dem See geflossen als vorgesehen. Zudem wurden an den Scharten Zäune angebracht, damit Fische nicht aus dem Teich gelangen. Über ein Einlaufbauwerk kann Wasser vom Linspherbach in den Silbersee gelassen werden. Das ist nur außerhalb der Sommermonate und bei ausreichendem Wasserstand des Linspherbachs erlaubt. Dafür zuständig ist Hessen Forst. Die Kosten für die Gemeinde liegen etwa bei den kalkulierten 75000 Euro, dazu gab es Fördermittel vom Land.

Markus Reeder vom Angelverein Nuhnetal, der Pächter des Silbersees ist, zeigt sich zufrieden mit dem Ergebnis: „Ich hoffe, dass bald noch die Überläufe kanalisiert werden. Ansonsten sind wir immer gut von der Gemeinde informiert worden.“ (tt)

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